Menschen des Jahres Matthias Glarner: «Der Titel motiviert zusätzlich»

Das Ziel des Schwingerkönigs für das Jahr 2017 ist das Unspunnenfest in Interlaken Ende August. Schon wenige Wochen nach dem Gewinn des Königstitels hat die Vorbereitung dafür und für das Eidgenössische Schwingfest in drei Jahren begonnen.

Jeden Tag denkt Matthias Glarner noch an den Gewinn des Königstitels in Estavayer Ende August. «Es ist ein einschneidendes Erlebnis. Und wenn ich nicht selber daran denke, werde ich sicher daran erinnert.» Der 31-Jährige hat viele Medientermine und Anfragen für Anlässe und von Sponsoren. Trotzdem stehe das Schwingen immer noch an erster Stelle, sagt Glarner. Daneben arbeitet er rund 50 Prozent als Personalcoach bei den Bergbahnen Meiringen Hasliberg.

Zwei Schwinger, Glarner kniet, Orlik liegt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Emotionaler Moment am Eidgenössischen in Estavayer: Der Gegner im Schlussgang, Armon Orlik, liegt auf dem Rücken. Keystone

Die Emotionen im Zusammenhang mit dem Sieg im Schlussgang über Armon Orlik am Schwingfest in Estavayer hätten sich nicht verändert, sagt Matthias Glarner. Aber er sei immer noch am verarbeiten. Der emotionalste Moment sei sicher gewesen, als der Gegner auf dem Rücken lag. «Der Druck ist von einem Moment auf den anderen weg, egal ob du gewonnen oder verloren hast.»

Auch wenn Matthias Glarner jeden Tag ans Schwingen denkt, «in den ersten sechs Wochen nach dem Eidgenössischen Schwingfest konnte ich kein Sägemehl mehr sehen. Aber dann juckte es mich wieder.» In ein Loch gefallen sei er nicht nach dem Gewinn des Königstitels. Eher im Gegenteil.

«  Der Königstitel gibt mir zusätzliche Motivation, vor allem für die Wintermonate mit den harten Trainings. »

Matthias Glarner
Schwingerkönig

Der Meiringer hat sich sofort ein neues Ziel gesetzt: Das Eidgenössische Schwingfest in drei Jahren in Zug. Jedes Schwingfest in den nächsten Jahren ist eine Etappe zu diesem Ziel. Dieser Plan helfe ihm, auch schlechte Resultate besser einzuschätzen. «So fällt es mir einfacher, ein Schwingfest, das in die Hosen ging, einzuordnen. Ich sage mir dann, jetzt weiss ich, woran ich arbeiten muss und nehme einfach diesen guten Zug mit Richtung nächstes Eidgenössisches Schwingfest.»

Glarner und Hediger in der Tracht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Matthias Glarner und Freundin Claudia Hediger. Keystone

Als Matthias Glarner seine Freundin Claudia Hediger kennenlernte - sie war Ehrendame an einem Schwingfest - sagte er ihr, dass das Schwingen bei ihm an erster Stelle stehe.

Andere Paare würden den ganzen Weg zusammengehen, sagt der 31-Jährige. «Und wir gehen getrennte Wege, führen ein selbständiges Leben und treffen uns ab und zu.» Der Gewinn des Königstitels habe die Beziehung verändert, weil die gemeinsame Zeit noch begrenzter sei.

«  Wir geniessen die kurze gemeinsame Zeit noch viel bewusster als vor dem Königstitel. »

Matthias Glarner
Schwingerkönig

Das grosse Ziel 2017 ist das Unspunnenfest in Interlaken, das nur alle sechs Jahre stattfindet. «Das ist wie die Champions League im Schwingen. Dort kannst du dich mit den 120 Besten des Landes messen.» Und es sei ein Härtetest, sagt Matthias Glarner, der ihm aufzeige, wo er auf dem Weg zum Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug stehe.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)