Max Werren: «Das Verhältnis von Bümpliz zu Bern war lang getrübt»

In Bümpliz prallten Welten aufeinander. Zu den Bauernhäusern und Patrizier-Landsitzen gesellten sich im letzten Jahrhundert zuerst Arbeiterhäuschen und später grosse Wohnüberbauungen. Mit der Eingemeindung wuchsen die Spannungen zwischen Alteingesessenen, Neuzuzügern und dem Rest der Stadt.

Ortsarchivar Max Werren vor dem alten Schloss Bümpliz.  Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fototermin beim Alten Schloss: Ortsarchivar Max Werren posiert dort, wo einst Burgunder-Königin Bertha residierte. MIchael Sahli/SRF

Vom Bauerndorf zum Arbeiterquartier. Diese Entwicklung ist an Bümpliz nicht spurlos vorbeigegangen. Denn mit den Menschemassen kamen die Schulden. Und damit die Not, die 1919 zur Eingemeindung des Dorfs Bümpliz in die Stadt Bern führte. Einer der Vordenker dieser gesellschaftlichen Revolution war der Journalist und Autor C.A. Lossli. Er publizierte unter anderem eine Geschichte, in welcher er den Niedergang des Dorfes ausführlich beschrieb.

Kampf um den Stadtbach

Kinder auf Rasen, vor Wohnblöcken im Fellergut. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fellergut: Spieloase zwischen Wohnblöcken. MIchael Sahli/SRF

Zwischen dem späteren Stadtteil Bümpliz und der Stadt Bern gab es lange Spannungen. Bereits vor der Eingemeindung - und auch nachher. Während die Stadt den Bümplizern verbot, dem auf Bümplizer Boden verlaufenden Stadtbach Wasser zu entnehmen, «rächten» sich die Bümplizer, in dem diese den Bach absichtlich verunreinigten. Daran hatten die Wäscherinnen in der Spitelgasse natürlich keine Freude, sagt Ortsarchivar Max Werren.

Das Berner Stadtfest sieht Werren denn auch als Akt der Versöhnung. Da und dort werde das Fest im Westen der Stadt sogar als Schuldeingeständnis für frühere Schmach angesehen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 Uhr