Mit dem Postauto die Berge bezwingen

Die Vierpässefahrt ab Meiringen ist ein Publikumsrenner, rentiert aber nicht. Trotzdem wollen die Verantwortlichen an der längsten ÖV-Strecke der Schweiz festhalten.

Fast neun Stunden dauert die Reise von Meiringen über den Grimselpass, den Nufenen, Gotthard und Susten. Somit gilt diese Strecke als längste ÖV-Verbindung der Schweiz. «Die Zeit vergeht unheimlich schnell», meint ein Fahrgast, der mit seiner Schwester im vollbesetzten Bus sitzt und an einem schönen Hochsommertag die ganze Rundreise mitmacht. «Die Fahrt ist abwechslungsreich», fügt eine weitere Passagierin hinzu. «Es gibt ja auch immer wieder Pausen.»

Tatsächlich hält das Poschi auf jedem Pass, in Airolo gibt es sogar eine Mittagspause, während der sich die Passagiere in den Restaurants des Tessiner Dorfes verpflegen können. Die reine Fahrzeit beträgt somit rund sechs Stunden. «Es ist eine Ehre, eine solche schöne Linie zu befahren», sagt Chauffeur Rolf von Wyl. «Es braucht aber auch viel Konzentration.»

«  Die Pausen während der Fahrt sind wichtig. »

Passagier

Das Pässeangebot kommt vor allem bei älteren Leuten gut an. 2015 gab es einen Rekordansturm, wohl wegen des schönen Wetters und weil für die Strecke kein Spezialticket mehr nötig ist, sondern auch Tageskarten und das GA Gültigkeit haben.

Gefragt, aber nicht gesichert

Die Postauto AG fährt aber jährlich ein Defizit von mehreren hunderttausend Franken ein. Die Kantone Uri, Bern, Wallis und Tessin übernehmen höchstens 200‘000 Franken. «Die Linie über die vier Pässe ist unsere Paradestrecke», sagt Ruedi Simmer. Der stellvertretende Leiter von Postauto Region Bern verweist auf den hohen Marketingwert der Strecke.

«  Wir müssen uns immer wieder fragen, ob wir die Linie noch weiter betreiben können. »

Ruedi Simmler
Postauto Region Bern

Bilder von den engen Strassen an der Grimsel oder vom Nufenenpass werden immer wieder für Werbezwecke eingesetzt. Trotzdem ist die Verbindung keineswegs gesichert. «Wenn wir in ein paar Jahren neue Fahrzeuge anschaffen müssen, werden wir die Situation neu überdenken», so Simmer.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)