Neuer Anlauf: Kanton will weniger Schüler zu ÖV-Spitzenzeiten

Obwohl eine Umfrage 2015 ergeben hat, dass Berner Schülerinnen und Schüler an einem späteren Unterrichtsbeginn kaum Interesse haben, hakt der Kanton nach. Er verlangt von Mittel- und Berufsschulen Vorschläge, wie man die Zahl anreisender Schüler in der morgendlichen Spitzenstunde reduzieren kann.

Schüler sitzen in einem Zug am Boden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Kanton will den öffentlichen Verkehr in den Stosszeiten entlasten. Keystone

Ab dem Schuljahr 2017/18 sollen weniger Gymnasiasten und Berufsfachschüler zu Stosszeiten den öffentlichen Verkehr nutzen. Dieses Ziel verfolgt der Kanton Bern. Die Schulen sollen nach geeigneten Lösungen suchen. Denkbar seien etwa moderate Anpassungen des Stundenplans, wie die bernische Erziehungsdirektion am Mittwoch mitteilte.

Auch sollen die Jugendlichen dazu motiviert werden, vermehrt zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule zu kommen.

Viele Linien des öffentlichen Verkehrs im Raum Bern platzen während der Spitzenzeiten aus allen Nähten. Der Kanton Bern stellte deshalb vor Jahresfrist eine generelle Verschiebung des Schulanfangs zur Diskussion.

Gymnasiasten, Eltern und Lehrer lehnten dies im Rahmen einer Umfrage ab. Sie zeigten sich aber offen für Alternativen.Das Thema beschäftigt auch andere Kantone.

Bisher wurden aber nirgends die Zeiten angepasst. Zuletzt lehnte es der Zürcher Kantonsrat ab, den Schulbeginn zu verschieben, um mehr Platz in Zügen und Bussen zu schaffen. Bereits im Februar hatte das St. Galler Kantonsparlament einen entsprechenden Vorstoss abgelehnt.