Neuer Versuch, Zweitwohnungen zu besteuern

Mit einer neuen Abgabe will die Walliser Gemeinde Bürchen alle Zweitwohnungsbesitzer zur Kasse bitten.

Wie andere Tourismusstationen sucht die Walliser Gemeinde Bürchen bei Raron seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative einen Weg, wie die Zweitwohnungsbesitzer dazu bewegt werden können, ihre Wohnungen zu vermieten.

Alle bisherigen Versuche sahen eine Abgabe für nicht vermietete Zweitwohnungen vor. Diese Versuche in Zermatt, Bellwald, Riederalp und anderen Orten wurden aber von den Zweitwohnungsbesitzern massiv bekämpft. Das sei ein Eingriff ins Besitzerrecht und eine Ungleichbehandlung, argumentierten sie.

Bürchen schlägt jetzt eine Abgabe vor, die von allen Zweitwohnungsbesitzern bezahlt werden soll. Also nicht nur von denjenigen, die ihre Ferienwohnung nicht untervermieten. Dafür soll die Abgabe tiefer sein, als in einer ersten Version angedacht: mit 1,2 Prozent des Amtswertes maximal 1200 Franken jährlich.

Eine solche Abgabe bringt keinen Druck mehr mit sich, die Ferienwohnung zu vermieten. Aber sie bringt aber dem Dorf willkommenes Geld für seine Infrastruktur. «Dieses Geld soll gezielt für die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt werden», sagt Gemeindepräsident Philipp Zenhäusern gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Es komme damit auch den Zweitwohnungsbesitzern zu gut.

Das neue Modell von Bürchen soll im Dezember an einer Gemeindeversammlung vorgestellt werden.