Design und Medizin Nützliche Erfindung: So sehen Schmerzen aus

Zwei Berner Designerinnen haben Bilder kreiert, die Patienten helfen, ihre Schmerzen in Worte zu fassen. Das Projekt «Dolografie» besteht aus einem Kartenset mit 34 Bildern.

Die Bilder, die Sabine Rüfenacht und Katja Rüfenacht kreiert haben, zeigen Schmerz. Ein Gefühl, das jedes Individuum auf andere Art und Weise empfindet und deshalb nur schwer zu beschreiben ist. Durch die Bilder wird der Schmerz der Patientinnen und Patienten sichtbar.

«  Plötzlich war klar: Die ‹abgefahrene› Idee funktioniert. »

Sabine Affolter
Designerin «Dolografie»

Die beiden wollten in ihrem Studium an der Hochschule der Künste Bern Bilder in verschiedenen Techniken kreieren. Auf das Thema Schmerzen kamen sie zufällig.

«Dolografie» ist durch Zufall entstanden

Katja Rüfenacht litt an chronischen Hüftschmerzen. Das führte zur Idee, die Schmerzen zu visualisieren. «Plötzlich haben wir gemerkt, dass es funktioniert», sagt Sabine Affolter. Eine «abgefahrene» Idee wurde zur kleinen medizinischen Revolution.

Unterdessen verkaufen die Erfinderinnen ihr Kartenset an Therapeutinnen und Ärzte. Und sie erhalten begeisterte Reaktionen.

Zahnarzt und Schmerzspezialist Jens Türp verwendet die Karten in seinem Arbeitsalltag. «Manche Leute haben Mühe, ihre Schmerzen in Worte zu fassen.» Da seien die Dolografie-Karten eine grosse Hilfe.

«  Die Karten verbessern die Diagnose. »

Jens Türp
Auf Schmerzen spezialisierter Zahnarzt

Er bittet die Patientinnen und Patienten, diejenigen Karten auszuwählen, die ihren Schmerz bildlich wiedergeben. «Dann beginnen die Patienten, Kommentare zu den Bildern abzugeben. Häufig bekomme ich dadurch wertvolle Informationen, die im normalen Gespräch nicht geäussert worden wären», sagt er. «Die Dolografie-Karten helfen mir bei der Präzisierung der Diagnose.»