Zum Inhalt springen
Inhalt

Bern Freiburg Wallis Oberländer Innovationspreis für die Frutiger Hängebrücke

Der Innovationspreis Berglandwirtschaft geht nach Frutigen. Die Organisation Volkswirtschaft Berner Oberland zeichnet die Seilbrücke der Familie von Karin und Martin Wäfler aus, die neben der Brücke auch eine Beiz eröffnet haben. Für beides mussten Wäflers allerdings kämpfen.

2006 schafften es Karin und Martin Wäfler mit Hilfe von Sponsoren und Freunden, oberhalb von Frutigen eine neue Seilbrücke über die Engstlige zu bauen. Es war nach der Triftbrücke im Oberhasli die zweite Hängebrücke, die im Berner Oberland überhaupt erstellt wurde.

38 Meter über dem Fluss sollte die Brücke den vier Wäfler-Kindern einen sicheren Schulweg bieten, anstelle eines baufälligen Stegs unten am Wasser.

Doch aus dem Schulweg über die Brücke wurde schnell eine Touristenattraktion, auch weil Bergbauer und Holzbildhauer Johann Inniger 50 Holzskulpturen schuf und an den Wegrand stellte.

Arbeit für die Familie und für eine Angestellte

Karin und Martin Wäfler eröffneten deshalb eine Beiz, um die zahlreichen Wanderer zu bewirten. Der Betrieb ist inzwischen so erfolgreich, dass Wäflers davon leben können und eine Angestellte halbtags Arbeit fand.

Die Jury des Oberländer Innovationspreises bezeugt dem Brückenprojekt, dass es alle Kriterien erfülle: Es sei ein abgeschlossenes innovatives Projekt, schaffe neue Arbeitsplätze, verkaufe regionale Produkte und sei touristisch von Nutzen.

Wegen Brücke und Restaurant sei die Route inzwischen der am meisten begangene Wanderweg der Region, bestätigen die Touristiker. «Ich freue mich und bin überrascht. Ich hätte nie geglaubt, dass es für die Auszeichnung reicht», staunte Karin Wäfler an der Preisverleihung vor 200 Gästen im Interlakner Grandhotel Victoria-Jungfrau.

Die Kehrseite: behördliche Auflagen

Die Erfolgsgeschichte hatte allerdings eine schwierige Kehrseite. Die Familie Wäfler musste Sicherheitsgutachten zur Brücke liefern, neue Toiletten und eine Kläranlage bauen, hohe Kosten tragen, um Unterhaltsbeiträge streiten oder die Wirteprüfung nachholen. Zuweilen waren Karin und Martin Wäfler drauf und dran, alles aufzugeben. «Der Preis ist für uns eine grosse Genugtuung nach all den Vorschriften der Behörden. Es war wirklich nicht immer einfach», sagte Martin Wäfler nach der Preisverleihung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.