Begehrte Strassenfeste Partymeile Bern – wann ist es zuviel?

In Bern gibt es immer mehr Feste auf öffentlichen Strassen und Plätzen. Und bestehende Anlässe werden grösser. Zum Beispiel das Herzogstrassenfest.

Blick auf leere Strasse, im Vordergrund eine Plakatsäule Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Noch nichts los am Freitagmorgen, aber bald steht neben der Plakatsäule die grosse Bühne des Herzogstrassenfests. Urs Gilgen/SRF

Das Herzogstrassenfest in Bern ist ein Traditionsanlass im Berner Breitenrainquartier. In den letzten Jahren ist es stetig gewachsen. 2016 versammelten sich gegen 3000 Leute in der kleinen Strasse und deren Umgebung. Auch am kommenden Wochenende locken wieder Konzerte, Marktstände und Flohmärkte viele Leute aus Stadt und Region an.

Vanessa Salamanca von der Festleitung sagt, es sei reizvoll, das Fest immer ein bisschen grösser und besser zu machen: «Wir können bekanntere Bands engagieren und ein vielfältigeres Programm anbieten. Das macht Spass.»

Voll gestopfte Strasse am Herzogstrassenfest 2016. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vollgestopfte Strasse am Herzogstrassenfest 2016. ZVG

1000 Veranstaltungen auf öffentlichen Strassen und Plätzen gibt es in der Stadt Bern jährlich. Dazu gehören Konzerte und Feste, aber auch Kundgebungen und Märkte.

«  Viele Feste möchten ausweiten. »

Dominique Steiner
Vize-Leiterin Orts- und Gewerbepolizei Bern

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Es kann auch zu gross werden

Der «Run» auf Strassenfeste haben die Veranstalter des «Summer Bash» in der Berner Matte direkt erlebt. 2013 beim ersten Fest kamen 300 Besucher. 2016 waren es bereits geschätzte 10'000. «Das war uns zu viel», sagt Mitveranstalterin Julia Michels. 2017 haben sie das Fest abgesagt. «Wir überlegen uns, wie wir ein bescheideneres Fest machen können.»

«Die Zahl der Gesuche für Openair-Veranstaltungen steigt laufend an», sagt Dominique Steiner, die Vize-Leiterin der Orts- und Gewerbepolizei in Bern. Aber nicht nur das. Bestehende Veranstaltungen würden gerne expandieren: «Ist ein Fest vorbei, kommt häufig ein Gesuch für zusätzliche Tage oder längere Beschallungszeiten», so Steiner.

Die Stadtbehörden zeigen sich ziemlich kulant bei Quartierveranstaltungen. Steiner sagt, das habe politische Hintergründe: «Es ist der Wille der Berner Regierung, bestehendeVeranstaltungen auszudehnen oder neue zu ermöglichen.»

Bedenken im Quartier

Für Thomas Ingold, Präsident des Quartierleists Bern-Nord, erreichen die Festlichkeiten im Quartier langsam eine Grenze. Feste gehörten zum urbanen Leben, «aber man muss die Balance halten zwischen Events und Wohnqualität.» Lorraine-Chilbi, Herzogstrassenfest, Viktoriafest, Energy Air – es gebe immer mehr und immer grössere Anlässe.