Paula Arnold ist halb so alt wie das Wallis

Paula Arnold hatte ein schweres Leben. Aber die 101-Jährige setzt auf den «Herrgott» und auf Selbstironie - statt auf Selbstmitleid.

Porträt von Paula Arnold. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paula Arnold lacht und spricht viel - am liebsten in ihrem bequemen Stuhl im Altersheim. Priska Dellberg/SRF

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200 Jahre Eidgenossenschaft

Fahnen

Das Wallis gehört seit 1815 zur Eidgenossenschaft. Der Kanton feiert am Freitag, 7.8.2015, in der Kantonshauptstadt Sitten. Das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF stellt eine Woche lang vier Walliserinnen und Walliser mit ganz verschiedenen Lebensläufen vor.

Paula Arnold, die 1914 in Simplon-Dorf geboren wurde, lebt seit vielen Jahren in Brig. Heute empfängt sie Besucher am liebsten in ihrem bequemen Sessel im Zimmer des Altersheims.

Es ist nicht etwa der Stuhl, den sie zu ihrem 100. Geburtstag im vergangenen Jahr erhalten hat. Dieses Geschenk hat sie abgelehnt: «Ich habe dem Stadtpräsidenten gesagt, er solle mir Geld bringen, Stühle hätte ich bereits genug», erzählt sie und lacht herzlich.

Geprägt von einer harten Kindheit

Das ist typisch Paula Arnold. Sie ist sehr direkt und trieft vor Selbstironie. Das ist wohl der Grund, dass sie ihr Leben überhaupt gemeistert hat. Ihr Vater starb früh, Paula Arnold und ihre Brüder kamen als Knechte auf die Alp. «Ich habe keine Elternliebe erfahren», erinnert sie sich.

Sie hat viel gearbeitet, überlebte beide Männer und zwei Kinder und hat viele ihre Angehörigen aufopferungsvoll gepflegt. Der frühe Verlust eines Sohnes bewegt sie bis heute. «Er war so ein Lieber. Aber ich musste ihn halt hergeben.» Kraft gab ihr der Glaube und ihr Glücksbringer, ein Rosenkranz.

Heute geht es Paula Arnold so gut wie nie. Sie wird umsorgt im Altersheim von Brig, macht regelmässig Spaziergänge in die Stadt und erhält Besuch von ihren Kindern. Nicht einmal Schmerzen habe sie, stellt sie selbst staunend fest. «Was soll's, ich kann mir ja keinen Finger abhacken», lacht Paula Arnold. Dass sie 101 ist, mag nicht einmal sie selbst so richtig glauben.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)