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Menschenhändlerin muss 10,5 Jahre in Haft
Aus Schweiz aktuell vom 11.07.2018.
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Prozess in Biel Thailänderin wegen Menschenhandel und Prostitution verurteilt

Wegen Menschenhandels ist eine Thailänderin in Biel zu einer Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren verurteilt worden.

Es handelt sich um einen der grössten Fälle von Menschenhandel in der Schweiz. Am Mittwoch hat das Regionalgericht in Biel eine 58-jährige Thailänderin zu 10,5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sie wurde des Menschenhandels, teilweise versucht begangen, in 75 Fällen schuldig gesprochen.

Zahlreiche weitere Vergehen

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland sprach die Frau auch der Förderung der Prostitution, mehrfach und teilweise versucht begangen, in 29 Fällen schuldig.

Dazu kommen Verurteilungen wegen Förderung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts in der Schweiz in Bereicherungsabsicht, teilweise versucht begangen, in 86 Fällen, und Geldwäscherei, gewerbsmässig begangen. Der Deliktsbetrag beträgt mindestens 120‘000 Franken.

Eine Knechtschaft

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Die 58-jährige Frau lockte arme und meist ungebildete Landsfrauen und Transsexuelle in die Schweiz. Oft konnten sie nicht Englisch. Einmal in der Schweiz, wurden die Frauen und Transsexuellen auf Sexstudios in mehreren Kantonen verteilt. Dort mussten sie sich 24 Stunden für Kunden bereithalten und einen Betrag von bis zu 30'000 Franken durch Prostitution abzahlen. So hatten sie ihre «Reiseschulden» abzutragen.

Der Gerichtspräsident sagte, durch die «völlig überrissenen, horrenden Forderungen» seien die Frauen «in eine Schuldenfalle gelockt und in Knechtschaft gehalten worden». Verstärkt worden sei der Druck durch die Tatsache, dass sich die Frauen und Transsexuellen illegal in der Schweiz aufhielten. Auch lebten sie isoliert und abhängig von den Studiobetreiberinnen.

Laut Staatsanwaltschaft waren sich die jungen Thailänderinnen bewusst, dass sie sich in der Schweiz prostituieren mussten. Sie erwarteten aber nicht, dass sie härteste Arbeitsbedingungen vorfinden würden und zuerst hohe Schulden abzahlen mussten.

Laut dem Gerichtspräsidenten wollte zumindest ein Teil der Frauen und Transsexuellen nicht in der Prostitution arbeiten. Das Gericht gehe davon aus, dass in keinem der 75 Fälle eine Einwilligung der Frauen vorliege, in diesem System mitzumachen.

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    Von der Armut ins Rotlichtmilieu
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    Eines von mehreren Verfahren

    In den letzten Jahren sind mehrere ähnlich gelagerte Fälle bekannt geworden. Allein im Kanton Bern wurden mehr als 20 Verfahren abgeschlossen, wie der Berner Regierungsrat Ende 2017 bekanntgab. Im März dieses Jahres verurteilte ein Freiburger Gericht einen Schweizer zu 16 Jahren, der in Thailand mehr als 80 Kinder sexuell ausgebeutet habe soll. Der Mann bot die Kinder in einer Bar Kunden an. Mit achteinhalb Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert wurde 2013 der frühere Chef eines Bordells im bernischen Nidau, der über Frauen verfügte «wie Waren», wie damals der Gerichtspräsident sagte.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Jorns  (rjo)
    Die Schweiz ist selber schuld an solchen Missständen. Rein schon nur diese sinnlosen kantonalen Regelungen sind ein absoluter "Quatsch". Würde das System eine einfache, übersichtliche und unkomplizierte Regelung für eine Anmeldung erlauben, könnten Frauen die freiwillig in diesem Gewerbe arbeiten wollen, sich ohne irgendwelche dubiosen Personen selber anmelden.
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Manchmal wundere ich mich, was für Menschen aus aller Welt hier jahrelang leben und straffällig sind.
  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Das URTEIL ist richtig, und diese Frau total fehlinformiert und irregeleitet.!.
    Endlich wird darüber gesprochen, und abgestimmt, dass es auch OHNE dieses fragwürdige menschenverachtende Geschäft gut funktioniert, zeigen uns diverse andere Länder, z.B. Thailand, nur echt komisch, dass ausgerechnet aus diesem Land, Personen bei uns das Tun, was in ihrem Land verboten ist, kommen jetzt alle, dafür extra in die CH? Sehr abstossend.,!.