RBS-Depotpläne: Bätterkinden ist sehr skeptisch

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS braucht bis in sieben Jahren ein neues Depot, um die wachsende Flotte von Regionalzügen unterhalten zu können. Aber niemand gibt freiwillig vier Hektaren Land. Auch nicht in Bätterkinden.

Was die BLS vor einem Jahr mit ihren Depot-Plänen in Riedbach im Westen von Bern erlebt hat, widerfährt nun auch dem Regionalverkehr Bern Solothurn RBS. Alle sind für den öffentlichen Verkehr. Aber niemand ist bereit, für ein neues Depot Land zur Verfügung zu stellen.

Wenn Wohnquartiere oder Schulwege betroffen sind, wenn Lärm und Verkehr zu erwarten ist, weckt das Skepsis und Abwehrreflexe. Und ein Neubau auf der grünen Wiese ist tabu. Das zeigte sich am Informationsabend in Bätterkinden am Donnerstag.

Standort Bätterkinden wäre ideal...

Der RBS braucht rund vier Hektaren an der Strecke zwischen Bern und Solothurn, um bis ins Jahr 2023 einen neuen Unterhaltsbetrieb für neues Rollmaterial aufzustellen. Nur so kann das Schmalspur-Verkehrsunternehmen die stetig wachsenden Passagierzahlen bewältigen.

Für den RBS wäre aus betrieblicher Sicht eine Parzelle in Bätterkinden ideal. Aber der Grundeigentümer sagt: «Wir geben unser bestes Kulturland nicht her.» Daran ändert auch die Aussage der RBS-Unternehmensleitung nichts, es sei noch gar nichts entschieden und viele Details würden durch ein unabhängiges Gutachten geklärt. Zudem sei noch mindestens ein weiterer Standort in Zollikofen in der engeren Auswahl. Die Bevölkerung traut der Sache nicht.

«Ich bin schon glücklich, dass wir miteinander reden können, auch wenn wir nicht gleicher Meinung sind», bilanziert RBS-Direktor Fabian Schmid nach der Diskussion im Saalbau Bätterkinden.

...aber die Gemeinde sieht keinen Vorteil

Der Gemeinderat von Bätterkinden setzt sich mit dem RBS durchaus an einen Tisch. Aber Verbündete sind sie trotzdem nicht.

«Der Gemeinderat sieht keinen Vorteil», sagt ein skeptischer Gemeindepräsident Beat Linder. Der Gemeinderat hat vorsorglich bereits einen Juristen beigezogen.

Vielleicht ist die Türe in Bätterkinden trotzdem noch nicht ganz zugeschlagen. «Vielleicht sind wir ja nicht grundsätzlich gegen ein Depot. Aber sicher gegen einen Standort auf Kulturland mit zwei Wohnquartieren daneben und einem wichtigen Schulweg», sagte ein Bürger - und erntete dafür Applaus.