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Rohstoffe fehlen Schweizer Bier ist kaum von hier

Brauereien müssen Gerste und Hopfen importieren. Brauer und Bauern aus der Region Bern wollen das ändern.

Legende: Video Lokales Bier mit Zutaten aus dem Ausland abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2018.

Toni Bühlmann betreibt in Jegenstorf bei Bern eine kleine Dorfbrauerei. Er kann nur ein Spezialbier anbieten mit Inhaltsstoffen aus der Region. Für andere Biere muss er Hopfen und Gerste aus Deutschland, den USA oder gar Neuseeland importieren. «Schade», meint er. «Die Leute wünschen sich ein lokales Bier mit lokalen Zutaten.» Auch die Hefe kommt aus Übersee.

Der Brauer aus Jegenstorf zieht seit kurzem bei einem Freund im Garten Hopfenpflanzen – mit Erfolg. Auch verschiedene Bauern aus den Kantonen Bern, Freiburg und Solothurn kümmern sich um das hiesige Bier. Sie bauen seit ein paar Jahren Braugerste an. «Wir würden gerne noch mehr Gerste aussäen und ernten», sagt Bauer Michael Hodel aus dem bernischen Vechigen. «Die Brauereien sind aber noch sehr zurückhaltend mit ihren Bestellungen.»

Schweizer Gerste muss noch immer nach Deutschland

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Auch wenn vereinzelt Braugerste in der Schweiz angebaut wird: Reines Schweizer Bier gibt es kaum. Denn damit aus Gerste ein Bier gebraut wird, muss es zuerst in einer Mälzerei zu Malz verarbeitet werden. Eine professionelle Anlage gibt es erst seit kurzem in Genf. Sie ist aber sehr klein. Der grösste Teil der Schweizer Gerste wird nach Süddeutschland gebracht, dort verarbeitet und zum Brauen wieder in die Schweiz transportiert.

Abklärungen der Interessensgemeinschaft Mittellandmalz und des Kantons Bern haben ergeben, dass sich der Bau einer Mälzerei derzeit nicht lohnen würde. «Das Projekt verfolgen wir aber weiter», sagt Christian Ramseier von der IG. Dennoch: Vorerst muss Schweizer Gerste den Umweg über Deutschland machen, bevor sie in der Schweiz zu Schweizer Bier verarbeitet wird.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Echo (Flecho)
    schade finde ich, dass für die bezeichnung "schweizer bier" einzig das wasser von der schweiz sein muss. doch schlaue brauer aus tschlin (biera engiadinaisa) im engadin brauen seit einiger zeit bier mit reinen schweizer zutaten. und es schmeckt ausgezeichnet.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Ich gehe immer davon aus, dass man immer die „besten“ Rohstoffe nimmt um ein Produkt zu produzieren. Und der beste Hopfen kommt nunmal (übrigens weltweit anerkannt) aus der Holledau. Was soll denn dieser komische Nationalismus? Wenn kommt dann der Ruf nach einer Firma a la Daimler-Benz?
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    1. Antwort von martin blättler (bruggegumper)
      Niemand behauptet,ausländische Zutaten seien qualitativ ungenügend, vielleicht sind sie sogar etwas besser.Aber dann ist es eben kein schweizer Bier.Genausowenig wie eine heutige Harley Davidson ein amerikanisches Motorrad ist.Etikettenschwindel eben.
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Der Geschmack des Biers wird weitgehend vom Hopfen bestimmt - ob die einheimischen Hopfenarten dann den Geschmack diverser anderer ausländischer Hopfenarten erreichen können?
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Werte Ablehner, unter den Craft-Bieren hat's auch langweiliges Gesöff ... Finde die Idee ja begrüssenswert, jedoch zweifle ich an der überzeugenden Qualität des Geschmacks. Patriotismus hin und her, ein guter Barolo oder Bordeaux lässt sich in der CH eben auch nicht keltern ...
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    2. Antwort von Aurel Specker (Auspec)
      der Beste und meist verkaufte Hopfen kommt von Süddeutschland. Also ist es punkto Klima identisch... Das einzige was in der Schweiz fehlt ist die Erfahrung und die Investitionen, das braucht Zeit, mehr nicht. An der möglichen Qualität zu zweifeln ist lächerlich, das hängt nur von Zeit und Erfahrung ab...
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