Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis Sechs mögliche Gebiete für Windparks in der Region Bern

Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland hat einen Richtplan Windenergie erstellt. Sechs Gebiete eignen sich für Windparks. Der Richtplan geht nun bis Januar 2015 in die Vernehmlassung. Bis der erste Windpark gebaut wird, dauerts noch Jahre.

Windturbinen stehen vor dem Abendhimmel.
Legende: In der Region Bern gibt es sechs Gebiete, die sich für Windparks eignen. Keystone

Auf dem Frienisberg und auf dem Belpberg könnten in einigen Jahren Windturbinen Energie produzieren. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland hält beide Standorte für geeignet, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Richtplan Windenergie hervorgeht. Vier weitere Gebiete werden ebenfalls weiterverfolgt. Ein Windpark ist demnach auch in Murzelen (Gemeinde Wohlen) denkbar, im Gebiet Diepoldshusenegg in der Gemeinde Vechigen, in Riggisberg sowie an der Gemeindegrenze von Mühleberg und Neuenegg.

Eine Karte.
Legende: Dies sind die Standorte der geplanten Windparks. zvg

Der Richtplan geht nun bis 23. Januar 2015 in die Mitwirkung. Alle Beteiligten und Interessierten können sich äussern. Ende kommenden Jahres werden sich die 85 Gemeindepräsidenten der Regionalversammlung über die Planung beugen. Sagt auch der Kanton Ja, liegt der Ball anschliessend bei den Standortgemeinden.

Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten vor Ort

Ohne die Standortgemeinden gehe gar nichts, betonte Jörg Zumstein, Präsident der Raumplanungskommission der Regionalkonferenz. Das letzte Wort haben also die Stimmberechtigten vor Ort, wenn sie - frühestens 2017 - über die kommunale Nutzungsplanung entscheiden. Diese Hürde ist nicht unwesentlich, wie die Erfahrung mit Projekten in anderen Landesteilen zeigt. Anwohner setzten sich insbesondere wegen der Lärmbelastung zur Wehr. Auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind nicht zu unterschätzen, wie Zumstein einräumte.

Die Fachgruppe der Regionalkonferenz traf keine politische, sondern eine technische Auswahl. Im Auftrag des Kantons prüfte sie bei einer Reihe von Gebieten, wo drei oder mehr Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mindestens dreissig Metern überhaupt möglich sind. Kantonsweit gibt es Anlagen dieser Grössenordnung bislang nur im Berner Jura. Für die Windparks braucht es günstige Windverhältnisse. Ausserdem sollte das Nutzungsinteresse höher sein als das Schutzinteresse. So fielen Gebiete in Guggisberg, Linden, Rüeggisberg und Schwarzenburg ausser Betracht.

Die möglichen Standorte haben Konfliktpotenzial

Die sechs Standorte, die nun weiterverfolgt werden, sind allerdings auch nicht frei von möglichen Problemen - der Grund sind Zug- oder Brutvögel. In den Fällen Belpberg und Riggisberg ist zudem offen, inwiefern Windturbinen mit den Zielen des Regionalen Naturparks Gantrisch vereinbar sind.

Das Potenzial der Stromproduktion hingegen ist klar. So würde ein Windpark mit drei Anlagen am Standort Mühleberg/Neuenegg den Strombedarf von etwa dreitausend Haushalten decken. Eine Windenergieanlage müsste laut Regionalkonferenz zwölf bis zwanzig Jahre laufen, bis sie die gesamten Investitionskosten wieder eingespielt hätte. Ob sich das rechnet, müssen nicht die Planer entscheiden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    1) Wundere mich, dass zum Thema WKA hier kein Echo erfolgt. Zumal die Kontroverse in D wie andere Länder mit Windparks bezüglich Umwelt-, Landschafts- und Tierschutz für heisse Köpfe sorgt. Eine optische Zierde finde ich sie nicht, ist jedoch noch das kleinere Übel. Für Tierschützer sind sie „Vogel/Fledermausschredder“, auch Offshore Anlagen scheinen empfindliche Meeres-Ökosysteme zu beeinflussen. Wo sind die Stimmen der Grünen und Umweltorganisationen, die sonst in jeder Suppe Haare finden?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen