Sparen bei der Berner Kirche ist nicht so einfach

Die bernischen Landeskirchen müssen sparen, wie auch die Spitex oder die Psychiatrie. So will es das Kantonsparlament. Aber das Tempo scheitert wohl an rechtlichen Hürden, vermutet der bernische Kirchendirektor und Regierungspräsident Christoph Neuhaus.

Bei der grossen Spardebatte im November 2013 hat das bernische Kantonsparlament auch die Landeskirchen nicht verschont. Der Auftrag ist klar: 2 Millionen sparen schon im laufenden Jahr, weitere 3 Millionen Franken in den Jahren 2015 und 2016. Die Regierung ist denn auch entschlossen, diesen Auftrag zu erfüllen.

Kirchendirektor und Regierungspräsident Christoph Neuhaus allerdings glaubt nicht daran, dass dieses Tempo eingehalten werden kann. «Die Kirchen sind bereit, den Sparauftrag umzusetzen. Das zeigt die Konsultation bis Ende Januar 2014. Aber sie wollen sich nicht in kircheninterne Angelegenheiten reinreden lassen. Da gibt es viele Sachzwänge.» Der für die Kirchen zuständige Regierungsrat weist auch darauf hin, dass die Landeskirchen in den letzten Jahren bereits 40 Stellen abgebaut haben. «Aber man kann nicht einfach den Kirchgemeinden Personal wegnehmen.»

Spar-Fahrplan kommt wohl ins Stocken

Das bedeutet, dass der Spar-Fahrplan wohl nicht eingehalten werden kann, wenn zum Beispiel noch die Synode, also das Kirchenparlament, über die Sparmassnahmen beraten muss. Ein weiterer Sachzwang ist, dass Pfarrpersonen eine Kündigungsfrist von zwei Jahren haben. Ob der Entscheid des Regierungsrates überhaupt greift, bei den Kirchen 26,5 Stellen zu streichen und so den Zusammenschluss kleinerer Kirchgemeinden faktisch zu erzwingen, wird sich noch weisen. Der Kanton Bern ist der einzige Kanton, der die Löhne der Pfarrer bezahlt, pro Jahr rund 75 Millionen Franken.