Spital Berner Jura übernimmt Kostendifferenz für Auswärtige

Patientinnen und Patienten aus den Kantonen Neuenburg und Jura bezahlen bei einem Spitalaufenthalt im Berner Jura gleich viel wie im eigenen Kanton. Die Differenz übernimmt das Spital Berner Jura. Man sei auf den Spitalwettbewerb angewiesen, sagt die Spitalleitung.

Die Kantone Neuenburg und Jura hatten jüngst gegen Mehrkosten bei ausserkantonalen Spitalaufenthalten Front gemacht. Die beiden Kantonsregierungen gaben kürzlich bekannt, dass die Tarife in ihren Spitälern tiefer seien als jene im Kanton Bern.

«Der Patient muss diese Differenz nicht selber tragen», gab nun der Vizedirektor des Spitals Berner Jura, Frédéric Gigandet, am Montag Entwarnung. Das Spital Berner Jura kann laut Gigandet die Mehrkosten übernehmen, ohne dass es dadurch gerade in Schieflage geraten würde. Auch die bernischen Steuerzahler müssten nicht für die Kosten aufkommen.

Um wie viel Geld es geht, wollte die Spitalleitung nicht bekannt geben. Auch zur Zahl der Patienten aus den Kantonen Neuenburg und Jura, die sich im Berner Jura behandeln lassen, gab es keine Informationen. Die Neuenburger Regierung legte den Tarif für Rückerstattung von Spitalkosten ausserhalb des Kantons bei 9050 Franken fest, der Kanton Bern rechnet im mit Kosten von 9680 Franken. Die Differenz pro Fall beträgt also rund 630 Franken. Bei Patienten aus dem Kanton Jura ist sie mit 30 bis 40 Franken nicht so gross.

Die Verstimmung ausgelöst hatte der Neuenburger Gesundheitsdirektor als er die Referenztarife für die Rückerstattung von Kosten ausserkantonaler Hospitalisierungen sehr tief ansetzte. Damit sollte erreicht werden, dass Neuenburgerinnen und Neuenburger in ihrem eigenen Kanton ins Spital gehen.

Für das Spital Berner Jura ist der Wettbewerb hingegen wichtig. Der Direktor des Spitals Berner Jura, Dominique Sartori, machte denn auch klar, dass seine Institution bereit sei, den Rechtsweg zu beschreiten.