Stadt Bern feiert ihre liebste Blume

Wohl keine andere Pflanze wird gleichzeitig so geliebt und so gehasst wie das Geranium. Gerade deshalb nimmt sich Bern dieses Jahr der Pflanze an.

Die Stadt feiert dieses Jahr die Pflanze mit diversen Aktivitäten, einem Buch und verschiedenen Ausstellungen. Seit Jahrzehnten gehören rote Geranien vor dem Fenstern zum Stadtbild und sind ein beliebtes Sujet für Touristen. Doch das Gewächs kommt von weit her.

«  Das Geranium ist pflegeleicht und dekorativ - das kommt in der Schweiz an. »

Beat Hächler
Museumsdirektor

Holländer haben das Geranium im 17. Jahrhundert von Südafrika nach Europa gebracht, wie die Ausstellung im Alpinen Museum Bern zeigt. Hier hat sich die Pflanze gut integriert und ist als Balkonschmuck kaum wegzudenken. «Es ist anspruchslos und blüht fast immer», sagt Museumsdirektor Beat Hächler. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt, deshalb ist es eine sehr schweizerische Pflanze.»

Doch das Geranium, botanisch korrekt Pelargonium, ist nicht bei allen beliebt. Michael Schulz führt in Uettligen bei Bern eine kleine Staudengärtnerei. Er kann die Abneigung vieler nachvollziehen. «Ein Balkonkistchen nur mit roten Geranien ist langweilig.» Deshalb haftet der meistverkauften Pflanze der Schweiz auch ein biederes Image an.

«Das biedere Image wollen wir aufbrechen», sagt Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün Bern. «Wir möchten dieses Jahr die ganze Vielfalt der Pflanze aufzeigen. Geranien müssen nicht immer rot sein. Und sie müssen auch nicht in Eternitkästen wachsen.»

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