Suzukii-Fliege macht den Weinbauern viel Arbeit

Die Walliser Weinbauern müssen wegen dem Schädling jede Traube einzeln kontrollieren und die befallenen Beeren herausschneiden. An der schlechten Ernte ist aber nicht nur die Fliege schuld.

Ein Mann leert Trauben in einen Bottich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Doppelte Arbeit, gleicher Lohn: Die Trauben müssen dieses Jahr einzeln erlesen werden. SRF

Seit anfangs Woche läuft im Wallis die Traubenernte, die dieses Jahr von den Weinproduzenten besonders sorgfältig beobachtet wird. Winzer Diego Mathier sagt: «Wir sind darauf angewiesen, sauberes Rebgut zu bekommen. Wenn wir befallene Trauben einkeltern, wird der Wein schlecht.»

«  Wir müssen jede Traube einzeln kontrollieren. »

Bernardo Mathier
Weinbauer

Doppelte Arbeit, gleicher Lohn

Für die Weinbauern bedeutet das massive Mehrarbeit. Bernardo Mathier, der in Salgesch rund drei Hektaren Rebland bewirtschaftet, sagt: «Wir müssen jede Traube genau anschauen und die befallenen Beeren herausschneiden. Das heisst für mich mindestens doppelt soviel Arbeit bei der Ernte wie in einem normalen Jahr. Und diese Mehrarbeit bezahlt mir niemand.»

Massiv mehr Arbeit für Walliser Winzer

4:55 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 25.09.2014

Viel Mehrarbeit entstehe auch dadurch, dass man die befallenen Trauben nicht einfach abreissen und auf dem Boden liegen lassen darf. «Wir müssen diese Trauben gesondert einsammeln und entsorgen», sagt Bernardo Mathier. «Wenn wir das nicht tun, dann werden aus den Eiern, die die Fliege hineingelegt hat, neue Fliegen und das Problem wird nächstes Jahr noch viel grösser sein.» Manche Winzer lassen die befallenen Trauben auf dem Feld, zerstören sie aber mit Maschinen.

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Drosophila suzukii

Eine Fliege sitzt auf einer Traube

Drosophila suzukii Keystone

Die Kirschessigfliege legt über 300 Eier in eine reife Frucht und verwandelt deren Saft in Essig. Die Frucht wird ungeniessbar. Die Fliege wurde vor rund vier Jahren aus Asien in die Schweiz eingeschleppt, möglicherweise durch den Import von Früchten.

Bis zu dreissig Prozent befallen

Wie stark die Walliser Reben befallen sind, lässt sich zurzeit noch nicht sagen. Die Ernte hat erst gerade begonnen. Einzelne Winzer wie Gilbert Steiner aus Niedergesteln melden aber jetzt schon starke Ausfälle: «Ich musste schon in den ersten Tagen praktisch ein Drittel der Ernte wegwerfen. Das ist ein Riesenschaden.» Andere Winzer sprechen von fünf bis zehn Prozent Ausfall. Daniel Cina: «Der Befall ist verschieden. An feuchteren Standorten ist der Befall eindeutig stärker.»

Nicht nur die Fliege

Die Reben leiden dieses Jahr im Wallis aber nicht nur unter der Suzukii-Fliege. Weinbauer Benno Cina: «Ich habe dieses Jahr allgemein eine starke Fäulnis und die ist nur zum kleineren Teil durch die Fliege bedingt. Der feuchte Sommer hat ganz allgemein zu mehr Fäulnis geführt.»

Trotz dieser Probleme aber spricht der Produzent Diego Mathier von einer guten Ernte: «Die angelieferten Trauben haben einen sehr guten Zuckergehalt und sind auch aromatisch sehr gut. Das sind gute Voraussetzungen für meinen Wein.»