Thun bricht Versuch ab: «Videoüberwachung ist kein Wundermittel»

Thun krebst zurück bei der Videoüberwachung. Die acht Kameras, die an Hotspots in der Stadt aufgehängt wurden, kommen wieder weg: Der Grund: Keine nachweisbare Wirkung, schlechte Bildqualität und grosse rechtliche Einschränkungen.

Insgesamt acht Kameras hat die Stadt Thun 2012 installiert als Reaktion auf das überbordende Nachtleben in der Innenstadt. Donnerstag-, Freitag- und Samstagnacht zeichneten die Kameras das Geschehen im öffentlichen Raum auf. Die Stadt wollte so das Sicherheitsempfinden erhöhen.

Nun bricht Thun den Versuch, der eigentlich bis 2017 hätte dauern sollen, vorzeitig ab. Peter Siegenthaler, Thuns Sicherheitsdirektor sagt: «Die Videokameras trugen bei keiner einzigen Straftat zur Aufklärung bei.» Dies auch, weil die Bilder zu unscharf waren.

Auch die Gesetzgebung zum Datenschutz setzt enge Grenzen. So dürfen die Kameras nicht schwenken, und die Aufnahmen müssen nach 100 Tagen automatisch gelöscht werden. Und die präventive Wirkung der Videoüberwachung konnte nicht nachgewiesen werden.

Die Innenstadt-Genossenschaft Thun kann diesen Schritt nicht verstehen. «Wir haben Rückmeldungen, dass durchaus Vandalismus hätte verhindert werden könnnen», sagt Patrick Aeschbacher. Er hat in Thun ein Juweliergeschäft. Doch so sehen es nicht alle. «Ich fühle mich sicher in Thun, mit oder ohne Videokamera», sagt ein Vater, der mit seinen Söhnen den videoüberwachten Spielplatz besucht.

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