Thuner Automeile: Gemeinderat zieht die planerische Notbremse

An der Hauptstrasse von Thun Richtung Spiez steht ein grosses Autohaus neben dem andern. Die Stadt möchte hier in Seenähe lieber mehr Wohnbauten und Dienstleistung. Jetzt aber bringt ein Ausbauprojekt der AMAG die Stadt in Zugzwang.

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Bildlegende: Die Automeile an der Thuner Gwattstrasse wird zur Knacknuss für Stadtplaner und Unternehmer. Google

Die Gwattstrasse in Thun ist an sich ein recht attraktives Wohngebiet, nahe am Ufer des Thunersees. Ein Entwicklungsgebiet für Wohnen und Dienstleistung, so will es die Stadt seit langem und so steht es auch im regionalen Verkehrs- und Siedlungskonzept, das für die Stadtbehörden verbindlich ist.

Aber seit Jahrzehnten stehen hier auch die meisten der grossen Autohäuser der Region.

Jetzt hat die AMAG ein Vorprojekt für einen Ausbau ihres grossen Betriebs mitten in dieser Automeile - und bringt damit die Stadtplaner in Nöte. Denn wenn die AMAG ausbauen kann, sind die Umstrukturierungs-Absichten in diesem Quartier gar nicht mehr möglich.

Planungszone als Notbremse

Jetzt hat der Gemeinderat über das Areal von rund vier Hektaren eine Planungszone verfügt. Es bedeutet, dass mindestens zwei Jahre lang kein Bauprojekt möglich ist, das den Planungszielen zuwiderläuft. Eine Knacknuss, die dem Gemeinderat sichtlich Unbehagen verursacht. Trotzdem sagt er: «Das öffentliche Interesse ist höher zu gewichten als das Interesse eines Unternehmens.»

Diese Planungszone hat mit der Volksabstimmung vom 9. Februar zwar direkt nichts zu tun, aber trotzdem gibt es einen Zusammenhang: Mit dem Nein des Volkes zu einer Einzonung bei der Autobahnausfahrt Thun-Süd fällt eine Alternative weg, den Autohäusern einen neuen Standort anzubieten.