Tornos kämpft weiter und kann Verluste trotzdem nicht verhindern

Dem Drehmaschinenhersteller Tornos haben im ersten Halbjahr 2016 die Grossaufträge gefehlt und er hat Mühe mit dem Frankenkurs. Darum sank der Umsatz. Auf der Ergebnisseite wirkten zwar Sparmassnahmen und Immobilienverkäufe, der Verlust weitete sich aber aus auf 3,5 Milionen.

Ein Mann arbeitet an einer Drehmaschine. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weniger Drehmaschinen verliessen das Tornos-Werk, weil die Kunden zurzeit weniger investieren. Keystone

Der eingefahrene Verlust belief sich auf 3,5 Millionen Franken, wie der bernjurassische Konzern am Dienstag mitteilte. Im Vorjahressemester hatte er noch 2,5 Millionen Franken betragen. Der Fehlbetrag wuchs gegenüber der Vorjahresperiode um 42,2 Prozent. Im Gesamtjahr 2015 war Tornos gerade noch an den roten Zahlen entlang geschrammt.

Mit Verlusten gerechnet

Trotz verkaufter Immobilien und Grundstücke und teilweiser Kurzarbeit am Standort Moutier konnte Tornos somit die Auswirkungen der Währungsverhältnisse und die Konjunkturschwäche in China nicht kompensieren. Der operative Halbjahresverlust (EBIT) weitete sich um das Eineinhalbfache auf 2,4 Millionen Franken aus. Bereits Ende Juli hatte Tornos vor den Resultaten gewarnt.

Der Umsatz gab um 15,4 Prozent auf 69,8 Millionen Franken nach. Der Auftragseingang sackte im ersten Semester sogar um 32,2 Prozent auf 62,6 Millionen Franken ab. Tornos macht dafür die Aufgabe des Euro-Mindestkurses verantwortlich, die durch das schwierige globale Umfeld noch spürbarer auf die Resultate drückte. Das habe sich bereits Ende 2015 abgezeichnet, hiess es im Communiqué.

Gedrosselte Investitionen

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten hätten zahlreiche Investitionen der Kunden gebremst. Das betraf allen voran China, den Kernmarkt von Tornos und den grössten Markt für Werkzeugmaschinen der Welt. Den dortigen Rückgang betrachtet der Konzern denn auch «mit Sorge».

Rückmeldungen von Kunden zufolge schöpften diese ihre Kapazitäten voll aus, bevor sie Neuanschaffungen tätigten, schreibt Tornos. Das führe zu einem Aufschub von Investitionen.

Etwas Morgenröte kommt von den Kostensenkungen und von der Kurzarbeit in Moutier. Die Massnahmen sollten sich im zweiten Semester noch stärker auswirken. Die Umstellung auf eine schlanke Produktion wird den Angaben zufolge fortgeführt und senkt die Durchlaufzeiten in der Montage.

Immobilien und Grundstücke verkauft

Zum Reinverlust von 3,5 Millionen Franken trugen Wechselkursverluste 0,6 Millionen bei. Gedämpft wurde er hingegen durch den Verkauf von nicht betriebswichtigen Immobilien und Grundstücken, was 1,1 Millionen Franken einbrachte. Bereits 2015 hatte Tornos seinen Fussballplatz an die Gemeinde Moutier verkauft.

Für das Gesamtjahr verzichtet Tornos auf ein Ergebnisziel. Das Augenmerk liege auf der Prozessoptimierung, um schnell auf eine anziehende Nachfrage reagieren zu können, hiess es. Der Werkzeugmaschinenmarkt sei weiterhin einem unsicheren Währungsumfeld ausgesetzt. Hinzu kämen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten. Eine Verbesserung der Nachfrage sei frühestens Ende Jahr absehbar.