«Trittst im Morgenrot daher» - aber nicht an Berner Schulen

An der bernischen Volksschule wird die Landeshymne nicht zu einem Pflichtstoff. Der bernische Grosse Rat hat es abgelehnt, das Erlernen der Hymne im Lehrplan festzuschreiben.

Das Kantonsparlament folgte damit der Argumentation der Berner Regierung: In den Lehrplan gehörten nur die Lernziele, nicht aber Lerninhalte, in diesem Fall also ein konkretes Musikstück. Welche Lerninhalte die bernischen Lehrkräfte den Schüler vorsetzten, sei diesen zu überlassen.

Die Idee aufs Tapet gebracht hatte die Herrenschwandener SVP-Grossrätin und Lehrerin Sabina Geissbühler-Strupler. Sie schrieb in ihrem Vorstoss, mit Begeisterung hätten ihre Dritt- und Viertklässler anlässlich der EURO 2008 einen Fussball-Rap, aber auch die Landeshymnen verschiedener Nationen und die Schweizer Hymne zu unterscheiden respektive singen gelernt.

Die Landeshymnen zeigten Werthaltungen, verbänden die Bürger, schafften Identität und trügen zur Integration bei. Geissbühler erntete zwar Sympathien quer durch alle Fraktionen hindurch, am Ende reichte es aber nicht: Mit 76 zu 60 Stimmen lehnte das Kantonsparlament die Überweisung des Vorstosses an die Regierung ab.