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Bern Freiburg Wallis Und plötzlich kommt die Post nicht mehr

Die 77-jährige Ida Hischier aus Unterems ärgert sich über die Post. Seit drei Monaten liefert sie ihr keine Briefe mehr nach Hause. Ida Hischier wohnt im Wiler «Prutpräsen». Die Post will, dass sie einen Briefkasten an die Abzweigung zur Kantonsstrasse stellt - 1,7 Kilometer weg von ihrem Haus.

Die 77-jährige Ida Hischier ist im Wiler «Prupräsen» in Unterems aufgewachsen. In ihrem Holzhaus hat sie ihre fünf Kinder grossgezogen. «Meinen Lebtag lang hat die Post die Briefe und Pakete bis zum Haus geliefert. Und jetzt kommt sie plötzlich nicht mehr», ärgert sich Ida Hischier.

Bernhard Bürki, Mediensprecher der Post erklärt gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis»: «Wir liefern die Post aus Sicherheitsgründen nicht mehr bis nach Prupräsen. Die Strasse ist gefährlich. Vor ein paar Jahren ist ein Briefträger verunfallt.»

Zudem sei die Post nicht verpflichtet, Ida Hischier die Post zu liefern, sagt der Sprecher. Es müssten mindestens fünf ganzjährig bewohnte Häuser in einer Siedlung sein, damit die Post dazu verpflichtet sei.

Das Sicherheits-Argument sei an den Haaren herbeigezogen, findet Johann Tscherrig, Gemeinderat von Turtmann-Unterems. «Die Gemeinde unterhält die Strasse. Im Winter wird sie immer gepflügt. Wir machen das, obwohl Ida Hischier die einzige Person ist, welche noch im Wiler Prupräsen wohnt. Dass die Post jetzt Sicherheitsgründe geltend macht, kann ich nicht nachvollziehen. Der Post geht es meiner Meinung nach nur um eine Zeiteinsparung.»

Die Post distanziert sich von diesem Vorwurf. Im Jahr 2009 ist tatsächlich ein Briefträger von der Strasse nach Prupräsen abgestürzt. Das Auto erlitt Totalschaden, der Briefträrger blieb unverletzt.

Briefkasten 1,7 Kilometer entfernt vom Haus

Der Briefträger hatte Ida Hischier vor drei Monaten vorgeschlagen, einen Briefkasten an die Abzweigung zur Kantonstrasse in Unterems zu stellen. Diese ist 1,7 Kilometer entfernt von ihrem Haus. Um dem zu entgehen, schlug Ida Hischier vor, dass die Post ihre Briefe bei der Tochter im Dorf abgebe.

Heute sagt Ida Hischier: «Ich habe mich total überrumpelt gefühlt. Auf Dauer geht das nicht. Ich verlange, dass die Post wieder bis zu meinem Haus nach Prupräsen oder wenigstens bis zum grossen Wendeplatz 200 Meter von meinem Haus entfernt geliefert wird.» Ida Hischier hofft, dass die Post ihre Entscheidung noch einmal überdenkt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wer hat eigentlich die Post finanziert und was für Aufgaben hat sie? Es ist einfach traurig dass einsolcher Betrieb seine Aufgaben mit fadenscheinigen Ausreden nicht wahrnimmt. Wenn die Pöstler nicht Autofahren können oder dermassen im Druck sind von seitens der Post, dass sie zu hohe Risiken eingehen, kann der Kunde nichts dafür. Hier muss der Bundesrat endlich Klartext reden und die Post in die Verantwortung nehmen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Wir leben im 21. Jahrhundert! Vieles hat sich ver- und geändert! Wenn die "POST" tatsächlich immer noch jedes Haus, weit weg von einer reglementarisch festgelegten Weiler-Siedlung (mindestens 5 bewohnte Häuser) bedienen soll, wären die gleichen "stehen gebliebenen Kunden" die ersten, die eine hohe Zusatzgebühr kritisieren würden! Frau Hischier hat zudem das Glück, dass ihre Tochter im Dorf wohnt, wo sie täglich durch den Briefträger versorgt wird! Somit könnte ihre Mutter dort die Post erhalten!
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  • Kommentar von Hans Leuenberger (hansle)
    Frau Hischier wir wohl noch eine Baubewilligung brauchen. Ebenso muss sie, wenn nicht Eigentümerin des Standortes, Landverhandlungen führen müssen. Eventuell muss sie Land pachten und für den Briefkasten Pachtzins bezahlen. Grössere Sendungen, die nicht in den Briefkasten passen, bleiben im Regen und Schnee liegen. Die Ausreden von Unfallgefahr kenne ich und ich wohne mitten im Dorf auf ebenem Terrain. Ich hoffe auf etwas mehr Augenmass der Post!
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