«Vehsturz»: Von der Liebe und anderen wirtschaftlichen Zwängen

Die jüngste Produktion des Landschaftstheaters Ballenberg ist eine tragische Liebesgeschichte aus der Feder des Schriftstellers Tim Krohn, basierend auf Albert Streichs berühmter Brienzer Sage «Dr Vollechiehjer».

«Vehsturz» spielt im Brienz der 1930er Jahre. Mitten in der Wirtschaftskrise, die Leute sind arm, hinzu kommt eine Dürre, Wasser wird knapp. Viele Brienzer sehen keinen Ausweg mehr und verfallen dem Glückspiel, was einem nach dem anderen zum Verhängnis wird.

Von all dem unberührt sind die beiden Hauptprotagonisten: Elsi, ein verträumtes Mädchen aus dem Dorf und Hänsel, ein Kuhhirte von der Bättenalp, die sich lieben.

Elsis Eltern versprechen ihre Tochter jedoch einem wohlhabenden Geschäftsmann, worauf das Unheil seinen Lauf nimmt: Hänsel will beweisen, dass er zu mehr taugt, als nur zum Kuhhirten - und stürzt ins Unglück.

Stimmiges Gesamtbild

Vehsturz ist ein Drama, welches so gar nicht dramatisch daher kommt. Es ist locker und lebendig erzählt, ein Stück mit viel Musik und Gesang, mit viel Bewegung auf der Bühne und immer wieder Lachern beim Publikum.

Das Stück ist von Regisseurin Renate Adam sehr detailgetreu und liebevoll inszeniert. Von der Freilichtbühne auf dem malerischen Ballenberg über die Kostüme und Requisiten bis zum urchigen Brienzer Dialekt wirkt alles sehr authentisch - und ergibt ein stimmiges Gesamtbild.