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Unruhen nach Hausräumung Viele Minderjährige bei Krawallnächten in Bern dabei

Bei den Krawallen rund um die Reitschule in Bern vom Freitag- und Samstagabend hat die Kantonspolizei Bern 18 Personen kontrolliert. Dabei zeigte sich: Jede zweite war minderjährig.

Legende: Video 17 verletzte Polizisten abspielen. Laufzeit 6:45 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.02.2017.

Bei den Minderjährigen handelt es sich um sieben Jungen und zwei Mädchen, wie es bei der Medienstelle der Kantonspolizei Bern auf Anfrage hiess. Ebenfalls überprüft wurden neun Erwachsene, darunter eine Frau.

Alle Angehaltenen sind im Kanton Bern wohnhaft. Diese Tatsache lasse aber keinen Rückschluss auf die Zusammensetzung der Demo-Teilnehmer zu, hält die Polizei fest. Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte zuvor erklärt, Gewaltbereite aus verschiedenen Schweizer Städten seien für die Krawalle nach Bern gereist.

Kein reines Berner Problem

Die Polizei hält dazu fest, sie könne keine gesicherten Angaben machen. Szenekenner hätten aber «Beobachtungen gemacht, dass an den Kundgebungen auch Personen aus anderen Kantonen teilgenommen haben».

Am Freitag wurden 12 Personen vorübergehend in Polizeiräumlichkeiten gebracht, am Samstag 6. Ob sie mit einer Anzeige rechnen müssen, liess die Polizei am Montag offen. Die Abklärungen seien noch im Gang.

Polizisten nicht mehr im Spital

Bei den Krawallen wurden 11 Personen verletzt, darunter 10 Polizisten. Von diesen befand sich am Montag niemand mehr im Spital. Ob jemand bleibende Schäden davonträgt, ist laut Polizei offen. Gerade bei Laserangriffen seien allfällige gesundheitlichen Folgen nicht sofort eindeutig feststellbar.

Berner Politik rätselt über Motive

«Die linken Argumente sind ein Deckmantel um zu verbergen, um was es wirklich geht: um Gewalt», sagt Stadtrat Manuel C. Widmer von der Grünen Freien Liste (GFL). Für politische Anliegen gäbe es in der Stadt Bern genügend geeignete Möglichkeiten, um sich einzubringen, sagt der Jungfreisinnige Thomas Berger. Deshalb glaubt auch er: Die Demonstranten haben nur Krawall im Kopf. Dennoch stellt sich die Frage nach der Rolle des Kulturzentrums Reitschule.

Für Lea Bill vom Grünen Bündnis würden im Umfeld der Reitschule durchaus politische Themen diskutiert - einen Zusammenhang mit den Strassenschlachten sieht sie allerdings nicht. Ganz anders sieht das Alexander Feuz, Stadtrat von der SVP: er sieht die Reitschule als linkes, ausserparlamentarisches Zentrum, in welches sich Krawallmacher immer wieder zurückziehen könnten.

  • 1. Vom linken Krawall in links-grünen Städten

    Viele Schweizer Städte sind politisch links regiert. Das heisse aber nicht, dass links-radikales Gedankengut da grundsätzlich gut gedeihe, sagt Andreas Ladner, Politologe an der Universität Lausanne.

    Ladner
    Legende: Andreas Ladner, Politologe an der Universität Lausanne. srf

    Städte böten Platz für verschiedenste Gruppierungen – auch für Autonome mit Krawall-Potential. Doch eigentlich sei es für diese Gruppen einfacher, ihre Anliegen gegenüber bürgerlichen Regierungen in Form von Protesten zum Ausdruck zu bringen. Es überrasche daher – zumindest auf den ersten Blick –, dass in links-grün dominierten Städten Gruppen Widerstand leisten würden, die politisch noch linker anzusiedeln seien. Dies führe dann mitunter auch zu innerparteilichen Konflikten – wie beispielsweise auch in der Stadt Zürich.

    Ladner sagt: politisch linke Stadtregierungen machten es durch ihre offene, verhandlungsbereite Politik den Linksautonomen schwieriger, für ihr Anliegen mit Nachdruck einzustehen. Der Umgang mit links-autonomen Gruppierungen sei, so Politologe Andreas Ladner, eine grosse Herausforderung, welches viel Fingerspitzengefühl erfordere.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Teil 3: Erwarten sie dies von einem Polizisten? Sie können mich mit "Gutmensch" beschimpfen, aber wenn wir diesen Jugendlichen nicht genau so zuhören wie wir Erwachsenen uns es auch wünschen, dann kann es in solchen Ausbrüchen enden. Nein, wir sind nicht Schuld, dass diese Kids von Zuhause nicht die richtige Erzeihung bekommen (vielleicht bekommen sie diese aber auch), doch wir sind alle davon betroffen und können entweder frustriert sein oder selber etwas dagegen tun. Danke
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Danke.
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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Teil 2: Desshalb denken sie, Anarchie wäre ihr Ideal, sprich: Keine Pflichten, keine Vorschriften, keine Zwänge. Dies auch der Grund wesshalb man z.B. in einer Reitschule ein "Zuhause" findet, denn dort hört evtl. jemand dem Frust und den Problemen zu. Was wäre die Alternative wenn es im echten Zuhause nicht klappt? Heim? Knast? Das ja dann auch vom Staat finanziert werden muss? Oder sollen die Polizisten die evtl. selber Kinder in diesem Alter haben, massiv Gewalt anwenden?
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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Teil 1: 16 Kommentare und kein konstruktiver dabei. Tenor: Früher war alles besser, linkes Pack, keine Erziehung, Weicheier etc. Ich erlaube mir nochmals meine "Sicht von innen" hier mitzuteilen, obwohl es erfahrungsgemäss nichts bringt, denn man will verurteilen und sich nicht mit den Themen befassen. Diese jungen Erwachsenen haben faktisch kein Interesse an Politik, weder an rechter (die kennen sie oft von Zuhause) noch an linker. Jeder der sie mit Ideologien belehren will ist quasi ihr Feind.
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