Sonntagsgast Thomas Ulrich «Heute gehe ich viele Dinge gelassener an»

Er war am Nordpol, im ewigen Eis und erkletterte die steilsten Bergwände. Das Risiko ist stets mit ihm. Der Berner Oberländer Extremsportler Thomas Ulrich kann es aber auch gemütlicher angehen: Auf seiner Direttissima quer durch die Schweiz hat er seine Heimat von ihrer wilden Seite kennengelernt.

Abenteurer Thomas Ulrich im Radiostudio Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Abenteurer Thomas Ulrich aus Beatenberg spricht von seinen Abenteuern mitten in der Schweiz und an den Rändern der Welt. Michael Sahli/SRF

Thomas Ulrich (49) hat sein Leben den extremen Abenteuern verschrieben. Der gelernte Zimmermann führt Touren an den Nordpol. Oder macht sich auf eigene Faust auf den Weg. Schlagzeilen machte er mit einer Arktis-Expedition 2006, auf welcher er in Todesgefahr geriet und gerettet werden musste. Das sei ein Wendepunkt gewesen in seinem Leben, sagt Thomas Ulrich.

Thomas Ulrich auf einem Gletscher in rotem Genzkörperanzug, neben rotem Zelt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thomas Ulrich macht 2005 auf einem Gletscher im Wallis auf seine Arktis-Expedition aufmerksam. Keystone

«Heute gehe ich viele Dinge gelassener an.» Doch auch heute geht er immer noch gerne an seine Grenzen. Er sagt: «Wenn das Leben durch Schoggimousse geht, passt mir das nicht.»

Es muss nicht immer extrem sein

Im Sommer 2017 setzte Thomas Ulrich ein Projekt um, welches er schon lange auf seiner Liste hatte. Er durchquerte die Schweiz - meist zu Fuss, ab und zu auch von einer Bergspitze hinab mit dem Gleitschirm - vom Jura aus, den Alpen entlang, bis in den Kanton Graubünden. Auf einem Korridor, der nicht breiter war als ein Kilometer.

Die Wiederholung einer Expedition, welche vor über 30 Jahren schon einmal stattgefunden hatte. Ulrich habe dabei eine erstaunlich wilde Schweiz entdeckt. Auch wenn er dabei nicht an seine Grenzen gestossen sei. «Bei meinen Unternehmungen muss es nicht immer extrem sein», sagt er.

Schon als Bub auf die Bäume geklettert

Der Berner Oberländer Thomas Ulrich hat sein Leben dem Abenteur verschrieben. Schon der Lehrer musste den kletterbegeisterten Buben von den Bäumen holen. «In meinem Leben muss immer etwas gehen», sagt Thomas Ulrich. «Ich habe kein gutes Sitzleder. Das hat schon immer zu meinem Leben gehört.»

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel