«Wie ist es, neu anzufangen?»

Die Flüchtlingskrise lässt die 7.-Klässler der Berner Spitalackerschule nicht kalt. Warum müssen Leute auf der Flucht sterben? Und: Wieso kommen so viele Menschen nach Europa? Was die Flüchtlinge erleben, macht die 13-Jährigen betroffen.

Die Flüchtlingskrise ist gleich nebenan. Neben dem Schulhaus Spitalacker leben 150 Flüchtlinge in der ehemaligen Feuerwehrkaserne im Berner Breitenrain-Quartier. Grosse Berührungspunkte gibt es nicht. Und doch bewegt das Schicksal der Flüchtlinge. Warum haben sie sich überhaupt auf den Weg Richtung Europa gemacht?

«  ‹Flüchtling› bedeutet nicht ‹gefährlich›. »

Berner Schülerin

Lehrer Christian Stauffer hat das Thema im Unterricht aufgegriffen. Erschüttert sind die Kinder über Bilder wie das des kleinen Buben, der vor der türkischen Küste ertrunken ist. Ein Mädchen erzählt von den Ferien in Griechenland und wie es zur Vorsicht gemahnt worden sei, weil dort viele Flüchtlinge seien. Das kann das Mädchen nicht verstehen: «Ein Flüchtling ist doch kein gefährlicher Mensch.» Und es flüchte ja niemand freiwillig, meint ein anderes Mädchen.

Die 7.-Klässler sind beeindruckt, mit wie wenig die Flüchtlinge in der Unterkunft neben dem Schulhaus zufrieden sind. Mehrbettzimmer, wenig Privatsphäre. Aber vielleicht seien die Flüchtlinge auch einfach froh, in einem richtigen Bett schlafen zu können, vermutet eine Schülerin.

Berührungsängste haben die Schülerinnen und Schüler nicht. Würde ein Flüchtlingskind in ihre Klasse wechseln, dann wäre das einfach ein neuer Klassenkamerad. «Es könnte sein, dass ich ihn wegen seinem Charakter nicht mögen würde - aber sicher nicht wegen seiner Herkunft», sagt ein Mädchen.

(SRF 4 News, Rendez-Vous, 12:30 Uhr)