«Wir wollen keine weissen Flecken mehr»

Bei über 300 Bildern aus der Sammlung kann das Kunstmuseum Bern den Weg vom Maler bis ins Museum nicht lückenlos nachvollziehen. Das will das Museum jetzt nachholen. Das Motto: Keine Raubkunst in Bern.

Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Henri Matisse: Das Kunstmuseum Bern hat sie alle in seiner Sammlung - die grossen Künstler der Moderne. Einen Teil dieser Werke kann man nun in einer Ausstellung sehen. Doch es soll nicht nur eine Schau der grossen Meister sein. Das Museum will auch aufzeigen, wie die Kunstwerke nach Bern kamen. Denn: Darunter sind auch Werke, die unter den Nationalsozialisten aus deutschen Museen verbannt und darum auf den Markt gekommen sind. Nicht alle scheinen lupenrein zu sein.

Bei 337 von 525 Werken ist die Herkunft unklar. Das hat das Museum bereits heraus gefunden. Matthias Frehner, der Direktor des Kunstmuseums Bern, sagt: «Ein Museum muss heute wissen, wer ein Bild in den Jahren 1933 bis 1945 besessen hat.» Doch die Herkunftsforschung ist aufwändig und zermürbend. Da meine man, eine Spur zu haben, und plötzlich kommt man doch nicht weiter. Frehner erzählt von einem Archiv in Paris, wo es schliesslich keine Auskunft mehr gab.

Alle Fragen werde man vermutlich nicht klären können, sagt Matthias Frehner. In diesem Fall müsse das Museum dies klar deklarieren. Und sollte es doch einen Raubkunst-Fall haben unter den unklaren Bildern? «Dann bin ich der Auffassung, dass das Museum das Bild zurückgeben muss.»

(Regional Diagonal, 12:03 Uhr)