Medizinaltechnik Ypsomed will kommunizierende Insulinpumpen und Spritzen

Das Burgdorfer Medizinaltechnik-Unternehmen hat ein gutes Geschäftsjahr 2016/17 hinter sich. Ypsomed fokussiert bewusst auf die bisherigen Geschäftsfelder, die Diabetes-Behandlung und die Injektions-Systeme für Medikamente. Allerdings sollten diese Geräte kommunizieren können, mit Cloud und Handy.

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Bildlegende: Der Hauptsitz von Ypsomed in Burgdorf. Keystone

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Umsatz stieg um 15,6 Prozent auf 389,6 Millionen Franken.
  • Der Betriebsgewinn wuchs um gut ein Viertel auf 55,3 Millionen Franken.
  • Unter dem Strich blieben 46,2 Millionen Franken, das ist ein Plus von 29,1 Prozent.
  • Damit verdient Ypsomed mittlerweile rund 12 Rappen pro Franken Umsatz.
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Bildlegende: Ypsomed-CEO Simon Michel. Christian Strübin/SRF

Für das neue Geschäftsjahr hat sich Ypsomed einiges vorgenommen. So will das Medizinaltechnikunternehmen mit seinen Insulinpumpen neue Märkte und Länder mittels eigenen Tochtergesellschaften erschliessen.

Da sei ein gewaltiges Potenzial vorhanden, so CEO Simon Michel, weil billigere Generika-Medikamente für mehr Menschen erschwinglich werden.

Vielversprechend sei auch der Markt mit den Injektions-Systemen. Moderne Medikamente könne gar nicht mehr anders als mit Spritzen verabreicht werden.

Ypsomed will kommunizierende Pumpen und Spritzen

Mittelfristig setzt Ypsomed zudem auf die Digitalisierung der Systeme. So sei via Handy und Cloud die Qualität der Behandlung kontrollierbar und somit die Therapie besser, so Ypsomed.

Noch ist die Technologie nicht so verfügbar, wie sie Ypsomed will - aber das Unternehmen will dafür rechtzeitig bereit sein. Es will die Daten dann selber erfassen und auswerten und zum Beispiel der Pharmaindustrie zur Verfügung stellen.

«  Wenn Eltern am Handy kontrollieren können, ob ihr Kind das Insulin korrekt spritzt, dient das der Behandlungssicherheit »

Simon Michel
CEO Ypsomed-Gruppe

Die Kapazitäten werden im deutschen Schwerin, in Solothurn und am Hauptsitz in Burgdorf ausgebaut. In Schwerin im Osten Deutschlands stellt das Burgdorfer Unternehmen eine grosse neue Fabrik auf. Ypsomed peilt nochmals ein Umsatzwachstum von rund 15 Prozent an. Das Betriebsergebnis soll gleich hoch oder höher als im abgelaufenen Jahr ausfallen.

An der Börse nicht belohnt

Nach einer als enttäuschend empfundenen Prognose haben sich die Anleger von den Aktien von Ypsomed getrennt. Die Anteile der Medizintechnikfirma sackten am Mittwoch in einem leichteren Markt um 10 Prozent auf 205,10 Franken ab. Gewinn und Umsatz hingegen lagen laut Analysten leicht über den Erwartungen.