Zone für Wohnexperimente: Abstimmung am 9. Juni

Für alternative Wohnformen soll in der Stadt Bern eine spezielle Zone geschaffen werden. Dafür vorgesehen ist ein Areal in Riedbach.

Vorkämpfer für alternative Wohnformen: das Hüttendorf Zaffaraya gibt es bis heute. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit den 80er-Jahren ein Politikum in Bern: Das Wohnprojekt Zaffaraya ist bis heute Vorbild für Wohnexperimente. Keystone

Die Abstimmung dürfte zu reden geben: Über 1200 Personen hatten Ende letzten Jahres eine von der CVP lancierte Petition gegen das Vorhaben unterschrieben. Die Petitionäre befürchten eine «Verslummung» des Gebiets.

Das vorgesehene Areal liegt an der Mannenriedstrase im äussersten Westen der Stadt. Es befindet sich heute in der Landwirtschaftszone. Neu soll es einer Zone für Wohnexperimente sowie der Zone für öffentliche Nutzungen zugeordnet werden. Mit der Vorlage sollen Wohnexperimente wie etwa die Wagensiedlung der Berner Stadtnomaden eine gesetzeskonforme Grundlage erhalten, wie der Gemeinderat am Donnerstag mitteilte.

Der Wunsch nach alternativen Wohnformen ist in Bern schon mehrere Jahrzehnte alt. 1985 entstand das wohl älteste und bekannteste alternative Wohnprojekt Berns, das «Freie Land Zaffaraya». Seither gab es immer wieder Gruppen, die für ihre Wohnprojekte Standorte suchten.

1996 scheiterte ein Planungsvorlage für zwei alternative Wohnzonen an der Urne. Seither habe man sich mit provisorischen Lösungen beholfen, schreibt der Gemeinderat weiter. Nachdem verschiedene Grundstücke in Bern besetzt worden waren, einigten sich Stadt, Burgergemeinde und Kanton 2008 darauf, eine definitive, gesetzeskonforme Lösung auszuarbeiten.