Zweiter Anlauf für ein Tram nach Ostermundigen

Vor eineinhalb Jahren schickten die Ostermundiger das Projekt Tram Region Bern bachab. Am 3. April kommen nun erneut zwei Tramvorlagen vors Volk. Die Fronten von Gegnern und Befürwortern sind verhärtet.

Mit der Abstimmung vom 3. April stehen sich alte Tramgegner und -befürworter gegenüber. So wirbt etwa die Apotheke Moser an der Bernstrasse gegen ein Tram, wie bereits im Vorfeld der ersten Abstimmung im Herbst 2014.

«Man hat es verpasst, in der Zwischenzeit Vertreter sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel an einen Tisch zu holen», sagt Apothekerin Nathalie Moser. Es könne nicht sein, dass Ostermundigen nun einfach für sich schaue.

«  Es kann nicht sein, dass Ostermundigen nur für sich schaut »

Nathalie Moser
Apothekerin an der Bernstrasse

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Die Vorlagen

Die Initiative «Bernstrasse sanieren – Verkehr optimieren!» verlangt, nebst der Sanierung der Bernstrasse und der Bahnhofsunterführung, die Realisierung eines Trams. Dieses soll bei der Waldkurve unter der Rüti wenden. Der Gegenvorschlag des Gemeinderats ist ähnlich, will die Position der Wendeschlaufe aber noch offen lassen.

Vis-à-vis steht das Geschäft Früchte&Gemüse Blaser. Ladeninhaber und Gemeinderat Erich Blaser wirbt für ein Tram. «Schauen wir nach Bern West. Das Tram hat die Zone extrem aufgewertet», sagt Blaser.

Bewohner der Rüti müssten künftig umsteigen

Anders als beim Tram Region Bern soll das Tram nicht bis ins Rütiquartier geführt werden, stattdessen sollen Shuttlebusse zur Verfügung stehen.

Das ist vielen ein Dorn im Auge. «Wir sind ein überaltertes Quartier», sagt etwa Michael Meierhofer, Bewohner der Rüti und Präsident des Forums Ostermundigen. «Umsteigen wäre für viele ältere Leute anstrengend.»

Sowohl die Initiative als auch der Gegenvorschlag verlangen, das Tramprojekt mit der Sanierung der Bernstrasse und dem Bahnhofumbau zu verbinden, dafür ist in beiden Varianten ein Rahmenkredit von 28 Millionen Franken festgelegt.

«  Es geht um viel mehr als nur ums Tram »

Thomas Iten
Gemeindepräsident Ostermundigen

Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten betont denn auch: «Bei der Abstimmung geht es um viel mehr als nur ums Tram». Wenn das Tram gebaut wird, können wir auch Stadt und Kanton Bern sowie den Bund und die SBB mit ins Boot holen. «Ein eigenes Sanierungsprojekt käme massiv teuerer», so Iten.

Dem widerspricht Ruedi Gygax, Präsident der Interessensgemeinschaft Verkehr Ostermundigen und Tramgegner. «Es kann nicht sein, dass andere Steuerzahler in der Schweiz jetzt einfach in die Tasche greifen müssen», so Gygax.