Mindestfallzahlen in Spitälern «Abgelegene Spitäler könnten so nicht weiterbetrieben werden»

Die Mindestfallzahlen an Spitälern werden immer wieder auf politischer Ebene diskutiert. Der Kanton Graubünden wehrt sich dagegen.

Das kleine Spital an einem klaren Winterabend. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für kleinere Spitäler, etwa jenes im Münstertal, könnte die Mindestfallzahl Probleme bringen. Keystone

Wer beispielsweise einen Lungentumor behandeln will, muss das regelmässig tun. Und dies hat Konsequenzen: Im Kanton Zürich etwa dürfen Spitäler nur Behandlungen anbieten, die mindestens zehn Mal jährlich durchgeführt werden.

Diese sogenannte Mindestfallzahl ist auch in anderen Kantonen Thema und es gibt Stimmen, die eine nationale Einführung fordern. Die Befürworter erhoffen sich davon mehr Qualität. Thomas Heiniger, Gesundheitsdirektor im Kanton Zürich, hat vor einiger Zeit gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» Bilanz gezogen: «Mit steigender Fallzahl steigt die Qualität der Behandlung. Mindestfallzahlen sind sehr positiv.» Zürich kennt das System seit 2012.

Hoffen auf den Bundesrat

Anders tönt es in Graubünden. Regierungsrat Christian Rathgeb befürchtet Probleme für die Spitäler in den abgelegenen Tälern: «Sie könnten Mindestfallzahlen kaum erreichen.» Viele Bündnerinnen und Bündner müssten bei einer Einführung deshalb ein anderes Spital ausserhalb der eigenen Region aufsuchen.

Der Regierungsrat wurde deshalb unter anderem bereits bei Bundesrat Alain Berset vorstellig und hat ihm das Bündner Gesundheitsversorgungssystem erklärt: «Ich zähle auf den Rückhalt des Bundesrats.» Eine Einführung steht aber nicht unmittelbar bevor. Trotzdem sagt Christian Rathgeb: «Es wird immer mal wieder zum Thema. Wir müssen dran bleiben und uns dagegen wehren.»