Allemann, Zinsli und Partner: Gläubiger fordern 16,5 Mio Franken

Im Januar 2015 deponierte die Churer Treuhandfirma Allemann, Zinsli und Partner AG Ihre Bilanz. Der damalige Verwaltungsratspräsident soll Geld veruntreut haben. Rund 90 Gläubiger haben nun Forderungen von 16,5 Millionen angemeldet. Das Konkursamt will jedoch nur 10,2 Mio zulassen.

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Bildlegende: Rund ein Drittel der Forderungen hat das Konkursamt Plessur nicht anerkannt. SRF/Michael Breu

Für Philipp Annen, der seit bald zehn Jahren das Konkursamt Plessur leitet, ist der Fall Allemann Zinsli und Partner riesig. Rund 90 Gläubiger hätten 16,5 Millionen Franken Forderungen angemeldet. Das Konkursamt habe davon 10,2 Millionen Franken akzeptiert, so Leiter Philipp Annen auf Anfrage des Regionaljournals von Radio SRF.

Zu den Forderungen kam es, weil der frühere Verwaltungspräsident des renommierten Treuhandunternehmens mutmasslich Gelder veruntreute und Dokumente gefälscht hatte. Dies wurde Anfang 2015 bekannt (siehe Beitrag vom 9. Januar 2015). Das Unternehmen ging wenige Wochen später Konkurs.

Konkursamt: Selbstverschulden der Gläubiger

Rund ein Drittel der Forderungen hat das Konkursamt Plessur nicht anerkannt. Verschiedene Gläubiger hätten mit ihrem Verhalten zum Schaden beigetragen, so Philipp Annen. Das Konkursamt geht auch von Selbstverschulden aus, weil verschiedene Unternehmen dem früheren Kadermann der Treuhandfirma blind vertraut haben und ihm das Recht zur Einzelunterschrift gaben.

Seit letzten Freitag liegt das Schuldenverzeichnis und damit der Kollokationsplan beim Konkursamt in Chur auf. Das Erstellen des Plans dauerte über eineinhalb Jahre. Annen begründet die lange Frist mit der Komplexität des Falls.

So habe das Treuhandunternehmen Allemann Zinsli und Partner nur bis ins 2011 eine Buchhaltung geführt. «Wir hatten eine riesige Lücke und konnten die Transaktionen nicht nachvollziehen». Der Kollokationsplan liegt nun 20 Tage auf, Gläubiger können ihre Einwände anbringen.

Klar ist jetzt auch, wieviel Geld noch da ist. Philipp Annen rechnet mit rund 900'000 Franken. Die Löhne der ehemaligen Angstellten aber könnten beglichen werden.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs