Zum Inhalt springen

Graubünden Ausbau Wasserkraft: Geteilte Reaktionen im Wasserkraftkanton

Der Nationalrat will die Wasserkraft in Zukunft mit Fördergeldern unterstützen. Auch sollen Energieprojekte künftig in vom Bund geschützten Landschaften gebaut werden können. Die Reaktionen auf diese Stossrichtung fallen im Wasserkraftkanton Graubünden unterschiedlich aus.

Wasserkraftwerk Chlus
Legende: Das Wasserkraftwerk Chlus könnte von den Geldern profitieren. Keystone

Der Nationalrat hat beschlossen, die wegen der tiefen Strompreise unter Druck geratene Wasserkraft stärker zu unterstützen: Auch grosse und kleinste Wasserkraftwerke sollen Gelder aus dem Fördertopf erhalten.

Einspeiseprämien sollen zwar nur Werke mit einer Leistung zwischen 1 und 10 Megawatt erhalten. Bei der Untergrenze soll es aber Ausnahmen geben für Werke in bereits genutzten Gewässerstrecken. Und Investitionsbeiträge sollen auch Wasserkraftwerke mit einer Leistung über 10 Megawatt oder unter 1 Megawatt erhalten.

Aufwind, aber um welchen Preis?

Im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF1 begrüsst der Leiter des Amtes für Energie, Erich Büsser, dieses Signal aus Bern. Er glaubt, dass beispielsweise ein Kraftwerk Chlus oder auch ein Ausbau der Wasserkraft im Schanfigg Aufwind bekommen könnten.

Enttäuscht ist dagegen die Geschäftsführerin von Pro Natura Graubünden. Jacqueline Von Arx kritisiert, dass bereits genutzte und beeinträchtigte Gewässer künftig noch weiter ausgebaut werden dürfen. Sie befürchtet, dass so auch noch die letzten Bachläufe im Kanton verbaut werden. Weiter ärgert sie sich darüber, dass der Bund Energieanlagen auch in geschützten Landschaften ermöglichen will.

1 Kommentar

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Kieser, Visp
    Korrektur: Investitionsbeiträge sind an Erneuerungen und Erweiterungen von Kleinwasserkraftwerke mit einer Leistung von 300kW bis 10MW möglich. Die Sorgen von Pro Natura verstehe ich nicht: Bereits verbaute Gewässer sind weniger kritisch als natürliche. Wenn, dann also dort Kraftwerke. Zudem: Da diese Gewässer vor 50 und mehr Jahren verbaut wurden, sind die Bauten sehr "technisch". MIt den heutigen Anforderungern an Wasserbauten resultiert eher eine ökologische Verbesserung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen