Bündner Winzer: Mit Tonerde gegen die Kirschessigfliege

Der Feind im Rebberg heisst Kirschessigfliege, das Mittel dagegen Tonerde. Der Kanton Graubünden rechnet damit, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Kirschessigfliegen gibt als in den Vorjahren. Die Winzer sollen nun Tonerde auf die Beeren spritzen, um ihre Früchte zu schützen.

Kirschessigfliege an einer Traube. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Winzer fürchten sich vor ihr: Die Kirschessigfliege. Agroscope

«Das Rebjahr 2016 ist eines zum Vergessen, doch weil so viel passiert ist, bleibt es uns wohl in der Erinnerung haften», sagt Georg Fromm, Präsident des Bündner Weinbauverbandes.

Zuerst Mehltau dann Hagelschlag

Ende April habe es Spätfrost gegeben, später sei die Witterung während der Blüte ungünstig gewesen, dann extremer Mehltaubefall und Ende Juli noch Hagelschlag, sagt Fromm. Nun drohe mit der Kirschessigfliege neues Ungemach.

Die Fliegenpopulation habe im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugenommen, heisst es beim Plantahof. Die Kirschessigfliege hat in den vergangenen Wochen bereits bei Brombeeren oder Kirschen für massive Ausfälle gesorgt.

Bei den Trauben soll es nicht soweit kommen, sagt Hans Jüstrich, Rebbaukommissär des Kantons. Seine Fachstelle rät deshalb den Winzern, Tonerde einzusetzen.«Versuche haben gezeigt, dass dies ein gutes Mittel ist um die Kirschessigfliegen von den Trauben fernzuhalten», erklärt Jüstrich. Es wirke gar besser als Insektizide.

Tonerde wird bereits im Obstbau eingesetzt und mancherorts auch im Rebbau. Für Graubünden ist der geplante Einsatz im grossen Stil aber Neuland. Tonerde sei natürlich und deshalb völlig unbedenklich, sagt Jüstrich. Auch würden keine Rückstände im Wein bleiben.