Die neue Churer Regierung muss vorallem eines: Sparen

Seit 100 Tagen ist die Churer Regierung in der jetzigen Zusammensetzung im Amt. Sie kämpft mit den Geldproblemen der Stadt.

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Bildlegende: Marti, Caviezel-Hidber und Leibundgut (von links) regieren die Bündner Hauptstadt seit Anfang 2013. ZVG

Die Rechnung 2012 der Stadt Chur schliesst wie budgetiert mit einem Ertragsüberschuss. Bei einem Umsatz von 242 Millionen Franken resultiert ein Überschuss von 1,4 Millionen Franken, 600'000 Franken mehr als veranschlagt. Das Ergebnis wurde allerdings nur dank Sondereffekten erreicht.

Die Stadt verkaufte Beteiligungen, etwa an der Ems-Chemie, und löste Reserven auf. Dazu gesellten sich unüblich hohe Einnahmen aus Grundstücksgewinnsteuern. Insgesamt verbesserten diese Sondereffekte die Rechnung um 7,3 Millionen Franken. Ohne die Sondereffekte hätte Chur ein Defizit von 5,9 Millionen Franken verbuchen müssen, wie der neue Stadtpräsident Urs Marti sagte.

Dennoch sprach Marti, der sein Amt erst Anfang Jahr angetreten hatte, von einer erfreulichen Jahresrechnung. Die Stadt habe noch unter seinem Vorgänger Christian Boner das Wachstum bei den Ausgaben stoppen können. Zudem stabilisierten sich die Steuereinnahmen.

Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf rund 19,1 Millionen Franken. Beim künftigen Investitionsbedarf sieht Marti einige Probleme auf die Stadt zukommen. «Mit 19 Millionen im Jahr können wir nicht verhindern, dass Nachholbedarf entsteht», sagte er. Nicht zuletzt wegen des vom Gemeindeparlament verfügten Sparprogramm rechnet der Stadtpräsident aber nicht damit, in den kommenden Jahren mehr Geld einsetzen zu können.

Klar sei schon jetzt, dass der seit Jahren diskutierte Ausbau der städtischen Sportanlagen ohne eine Steuererhöhung nicht zu haben sei. Der Stadtrat wolle nun den Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen. Diese hatten vor gerademal zwei Jahren eine Steuererhöhung wuchtig verworfen. Angesichts der Sparauflagen müsse man auch über Lohnkürzungen in der Stadtverwaltung reden, sagte der Stadtpräsident. Das dürfe kein Tabu sein. Sollte es zu einem Lohnabbau beim städtischen Kader kommen, wolle der Stadtrat mit gutem Beispiel voran gehen.