Hochjagd in Graubünden hat begonnen

Die 5500 Jäger und gut 100 Jägerinnen finden auf der diesjährigen Bündner Hochjagd gute Wildbestände vor bei Hirsch, Reh und Gemsen. Die grösste Jagdveranstaltung der Schweiz, die Bündner Patentjagd, begann am Montagmorgen und dauert vorerst bis zum nächsten Sonntag.

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Bildlegende: Im Kanton Graubünden hat die Zahl der Hirsche stark zugenommen. Keystone

Die Wildbestände im grössten Gebirgskanton sind aktuell sehr hoch. Auf 15'000 Tiere wurde der Bestand an Hirschen im Frühling geschätzt. Seither sind über 5000 Kälber dazu gekommen, was laut dem Bündner Amt für Jagd und Fischerei einen «konsequenten jagdlichen Eingriff» erfordert.

Neben Hirschen werden vor allem Rehe und Gemsen geschossen. Auch bei diesen Tieren sind die Bestände hoch. Das am häufigsten geschossene Tier auf der traditionellen Bündner Hochjagd, die bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht, ist das Murmeltier. 4800 Stück wurden letztes Jahr zur Strecke gebracht. Murmeltiere sind begehrt. Das Fleisch, das Fell und vor allem das Fett sind beliebt.

Umstrittene Sonderjagd

Ein verbindlicher Abschussplan wird aber nur für die Hirsche herausgegeben. 4645 Tiere müssen auf der 21 Tage dauernden Jagd erlegt werden. Meistens schaffen das die Jägerinnen und Jäger nicht. Um den Abschussplan dennoch zu erfüllen, wird jeweils im Oktober und November zur Sonderjagd geblasen.

Die 1986 eingeführte Sonderjagd soll die Regulierung der Wildbestände letztlich gewährleisten. Die Jagd ist allerdings stark umstritten. Weil es darum geht, den Abschussplan zu erfüllen, komme es zu «moralisch, ethisch und jagdlich verwerflichen Szenen», schreiben die Initianten der kantonalen Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd.

Die Volksinitiative wurde im Augst eingereicht, mit der erstaunlich hohen Unterschriftenzahl von über 10'000. Seit mindestens 20 Jahren ist in Graubünden keine Initiative zu Stande gekommen mit nur annähernd so vielen Unterschriften.