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Graubünden Klimawandel verändert Gesicht des Bündner Walds

Auslöser für die Studie waren Beobachtungen, dass Waldföhren nach den trockenen Jahren 2003 bis 2006 teilweise abstarben. Die Bündner Regierung entschied, die Folgen des Klimawandels genauer zu beobachten.

Vier Männer stehen um ein etwa kniehohes durchsichtiges Dach, darunter kleine Bäume.
Legende: Das Regenreduktionsdach im Vordergrund simuliert Trockenheit für die darunter gesäten Bäume. Keystone

Was passiert mit dem Bündner Wald, wenn der Klimawandel anhält und die Temperaturen steigen? Diese Frage beantwortet die am Montag publizierte Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster «Kurz- und langfristige Auswirkungen des Klimas auf die Wälder im Churer Rheintal» der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

Von 2009 bis 2012 beobachteten die Forscher mehrere Standorte auf verschiedenen Höhenlagen im Domleschg und im Churer Rheintal. Sie untersuchten ob und wie stark die Bäume wuchsen.

Das Ergebnis: Erwärmt sich das Klima weiter, könnte es in tiefen Lagen Graubündens, unterhalb von 1000 bis 1200 Metern, für Waldföhre und Fichte zu trocken werden. Weiter oben geht es den Bäumen dagegen besser.

Graue Föhren

Wald mit einzelnen grauben Bäumen
Legende: Nadelmischwald bei Tamins mit grauen Föhren. Diese starben nach den trockenen Jahren 2003 bis 2006 ab. Markus Weidmann / Amt für Wald und Naturgefahren (AWN)

Dabei habe sich auch gezeigt, dass es sich beim Föhrensterben im Churer Rheintal um ein spezielles Ereignis gehandelt habe, sagte an der Medienkonferenz Projektleiter Thomas Wohlgemuth. Eine so lange Trockenheitsperiode habe es in den letzten 100 Jahren nicht gegeben.

Das Thema Trockenheit beschäftigt die Forscher und Forscherinnen weltweit seit Mitte der 1980er Jahre. Auslöser war ein Mischwald im US-Bundestaat New Mexico, bei dem alle Föhren grau wurden und starben. In der Schweiz hat man das Phänomen unter anderem im Wallis beobachtet und auch erforscht. Auch dort zeigte sich: Am meisten Föhren sterben nach trockenen Jahren.

Experiment mit transsylvanischen Bäumen

Die Forscher und Forscherinnen gingen auch der Frage nach, ob Föhren aus anderen Länder für ein wärmeres Klima besser geeignet wären. Sie siedelten verschiedene Fichten und Föhren unter anderem aus Österreich, Rumänien und der Ukraine an und simulierten mit durchsichtigen Dächern verschiedene Trockenheitsgrade. Das Ergebnis: Die aus verschiedenen Teilen Europas angepflanzten Bäume reagierten ähnlich wie die heimischen Bäume.

Der Bündner Wald ist wichtig für den Schutz der Strassen und der Dörfer. Laut dem Amt für Wald und Naturgefahren zählen 60% der Bäume als Schutzwald. Gemäss dem Bündner Forstdirektor, Regierungsrat Mario Cavigelli, verbessert die Studie die Entscheidungsgrundlagen für den Kanton Graubünden erheblich. Je mehr Baumarten eine Region aufweise, desto grösser sei die Chance, dass der Wald kommende Klimaschwankungen überstehe, resümierte Cavigelli.

Kein Thema ist bisher das Pflanzen neuer Baumarten, die besser an die heutigen Verhältnisse angepasst sind. Solche Experimente müssten schweizweit koordiniert werden, sagte Kantonsförster Reto Hefti. Seltene Bäume sollen deshalb gezielt gepflegt werden.

Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr sda/habs

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Wilhelm Pavicsits, Forchtenstein
    Die Bezeichnung "Klimawandel" für die stattfindenden Vorgänge ist irreführend und überholt. Beweisbar sind die erhöhten Wärme- bzw. Hitzewellen durch die sonnenstrahlungsreflektierenden und -verstärkenden Kondensstreifen und Wolken des Flugverkehrs mit ihrer zusätzlichen Treibhauswirkung. Von der Gletscherschmelze angefangen über die Dürren, Überschwemmungen und Vegetationsbrände bis zu Hautkrebs und Augenschäden u.v.a.m., lassen sich mit diesen Effekten als Ursache nachvollziehbar darstellen.
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