Mitarbeiter vom Bistum Chur stärken eigenes Bistum

Noch gehört die Urschweiz und Zürich zum Bistum Chur: Soll es aber neu ein Bistum Urschweiz und ein Bistum Zürich geben? 900 Personen und die Kantonsregierungen haben sich in einer Umfrage dazu geäussert. Resultat: Das Bistum Zürich bleibt in Diskussion, das Bistum Urschweiz ist vom Tisch.

Bischofssitz in Chur. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Umfrageergebnis: Bistum Zürich wird noch zu reden geben, Bistum Urschweiz nicht. Keystone

Zürcher Katholiken träumen seit Jahrzehnten von einem eigenen Bistum. Sie fühlen sich vom konservativen Bistum Chur nicht ernst genommen. Der Churer Bischof Vitus Huonder wollte es im März genau wissen. Er lancierte eine Umfrage bei den 900 Mitgliedern des Bistums, also bei Priestern, Diakonen und Kirchgemeindepräsidenten.

Die wichtigsten Resultate der Umfrage:

  • Als Hauptargumente für die Schaffung eines Bistums Urschweiz wurden die gemeinsame Kultur und Mentalität der Region, die Distanz zu Chur und die Übersichtlichkeit eines kleineren Bistums genannt.
  • Gegen die Schaffung eines Bistums Urschweiz sprechen aus Sicht der Befragten vor allem erwartete Schwierigkeiten in finanzieller Hinsicht und die Unklarheit, welche Regionen zu dem Bistum gehören sollten.
  • Als Hauptargumente für die Schaffung eines Bistums Zürich wurden genannt, dass der kulturellen Vielfalt besser Rechnung getragen werden könne und die Region als Zentrum und Metropole geschätzt würde.
  • Gegen die Schaffung eines Bistums Zürich sprechen aus Sicht der Befragten vor allem Bedenken hinsichtlich einer Schlechterstellung der anderen Regionen in finanzieller und personeller Hinsicht sowie die Unsicherheit über ein mögliches Bischofswahlrecht.

Eine Mehrheit sprach sich nun dagegen aus. Die Mehrheit befürchtet, dass die anderen Regionen gegenüber Zürich schlechter gestellt würden. Zudem könnten beim verkleinerten Bistum Chur die Finanzen knapp werden ohne die Gelder aus Zürich.

Trotzdem will Huonder das Projekt weiterverfolgen. Die Zürcher sollen eine Arbeitsgruppe gründen. «Diese soll sich überlegen, wie sie die guten Argumente der Gegner aus dem Weg räumen kann», erklärte Giuseppe Gracia, der Sprecher von Bischof Huonder.