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Neues Mittelschulgesetz Notfallplan für angeschlagene Mittelschulen steht

Legende: Audio Mit dem neuen Mittelschulgesetz einen «Fall Ftan» verhindern. abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
01:25 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 23.10.2018.

Dass sich die Politik mit taumelnden Mittelschulen befasst hat einen realen Hintergrund. Im Sommer 2015 stand das Hochalpine Institut in Ftan vor der Schliessung. Sinkende Schülerzahlen hatten die Schule an den Abgrund getrieben. Gerettet werden konnte die Institution nur, dank der Hilfe aus der Region.

Grundsätzlich war man sich im Grossen Rat einig, sollte erneut eine private Mittelschule vor dem finanziellen Aus stehen, brauche es eine Regelung. Die Schülerzahlen bei den Bündner Mittelschulen sind bereits in den letzten Jahren gesunken und es wird erwartet, dass diese Entwicklung weiter geht.

Diese Entwicklung könne für die eine oder andere private Mittelschule zu einem existenzbedrohenden Risiko werden, ist die Regierung überzeugt. Im neuen Mittelschulgesetz wurde deshalb eine Art dreistufiger Notfallplan festgeschrieben.

Der Notfallplan in drei Schritten

1. Schritt
Die Leitung der privaten Mittelschule muss die finanzielle Notlage
umgehend dem Departement melden.
2. Schritt
Die Bündner Regierung kann, wenn die finanzielle Schieflage nachgewiesen ist,
vorübergehend mit besonderen Beiträgen unterstützen.
3. Schritt
Über die langfristige Zukunft der Schule als private oder kantonale Institution
entscheidet der Grosse Rat oder gar das Volk.
Ob der Schulstandort aufrecht erhalten wird entscheidet das Parlament.

In die Pflicht genommen werden aber auch die privaten Mittelschulen. Sie müssen Reserven bilden, die einen Weiterbetrieb der Schule für etwa zwei Monate sicherstellen.

Für Informatikmittelschulen

Nicht im Gesetz vorgesehen war das Thema der Informatikmittelschulen. Aus den Reihen der CVP wurde aber, die an sich nicht neue Idee, auf das Tapet gebracht.

Informatikschulen seien ein Mittel gegen den Fachkräftemangel, hiess es von den Befürworterinnen und Befürwortern. Die Gegner monierten, dieses Angebot würde unnötig die Informatiklehre konkurrenzieren.

Der Grosse Rat stimmte am Schluss trotzdem für Informatikmittelschulen. Damit können solche künftig betrieben werden.

Bei der Schlussabstimmung zum neuen Mittelschulgesetz waren die Verhältnisse klar. Der Rat nahm das neue Gesetz einstimmig an.

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