Schaden in Millionenhöhe

Wegen der mutmasslichen Veruntreuung eines Churer Treuhänders sind Schäden in Millionenhöhe zu erwarten. Der Fall bewege sich im siebenstelligen Bereich. Es könnten aber auch über 10 Millionen sein, sagt der Konkursverwalter.

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Bildlegende: Das Konkursamt Plessur befürchtet, dass im aktuellen Fall bis zu 10 Millionen Franken veruntreut wurden. SRF / Michael Breu

Wegen mutmasslicher Veruntreuungen eines Verwaltungsratsmitglieds musste die Churer Treuhandfirma Allemann, Zinsli und Partner AG vergangene Woche Konkurs beantragen. Jetzt ist klar, dass sich der Schaden in Millionenhöhe bewegt. «Es ist sicher eine siebenstellige Zahl», sagt der Chef des Churer Konkursamtes, Philipp Annen, gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF1. Aber es könnten auch über 10 Millionen sein.

Langes Verfahren

Das Konkursamt Plessur bekommt mit diesem Fall viel Arbeit. Es gehe in erster Linie darum, den Fall auseinander zu dividieren, so Annen. Was hat der Beschuldigte als Privatmann gemacht, und was als Mitglied der Firma? Wie lange es dauert, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen, kann das Konkursamt noch nicht sagen.

Der Verwaltungsrat der Churer Treuhandfirma, Johannes Hummel, war vor drei Wochen überraschend in Chur an die Öffentlichkeit getreten und hatte erklärt, er habe Strafanzeige gegen seinen Zwillingsbruder und ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten von Allemann, Zinsli und Partner eingereicht. Die vermuteten Straftatbestände von Christian Hummel lauten auf Veruntreuung und Urkundenfälschung.

Konkurs war unvermeidlich

Nun wurde der Konkurs offenbar unvermeidlich. Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der von der Unternehmung in Auftrag gegebenen externen Untersuchung sei es unumgänglich geworden, die Bilanz zu deponieren, teilte die Treuhandfirma letzte Woche mit.

Zu Veruntreuungen ist es offenbar auch bei der reformierten Kirchgemeinde Bad Ragaz gekommen. Dort hat der Beschuldigte als Kassier geamtet. Der Kirchgemeinde fehlen heute 800'000 Franken in der Kasse.