Schule Domleschg: Um eine Million Franken verschätzt

Vor einem Jahr entschied sich die neue Gemeinde Domleschg für ein Konzept mit drei Schulstandorten. Damals wurden die Kosten mit 1,8 Millionen Franken beziffert. Nun kostet das Projekt deutlich mehr, weil die notwendigen Sanierungen ungenügend abgeklärt wurden.

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Bildlegende: Mit Paspels, Rodels und Tomils hat die Gemeinde neu drei Schulstandorte. Im Bild: Schule Paspels von Valerio Olgiati. Keystone

Seit Anfang Jahr existiert die neue Gemeinde Domleschg mit Almens, Pratval, Rodels, Paspels und Tomils. Von Beginn weg umstritten war die künftige Organisation der Schule. Vor einem Jahr entschied sich die Gemeindeversammlung für ein Konzept mit drei Standorten. Die damalige Kostenschätzung: 1,8 Millionen Franken mit einer Fehlermarge von 20%.

Es habe sich damals um eine Machbarkeitsstudie gehandelt, die von einem Architekten alleine ausgearbeitet wurde, sagt Gemeindepräsident Werner Natter auf Anfrage von Radio SRF. Nun habe man mehr Fachleute involviert und sei auf eine neue, bessere Lösung gekommen.

Eine Million Franken Mehrkosten

Das neue Konzept für die baulichen Massnahmen hat seinen Preis: Laut der Botschaft für die Gemeindeversammlung vom 16. Dezember 2015 belaufen sich die Kosten neu auf 3,1 Millionen Franken. Dies auch, weil vor einem Jahr diverse anstehende Sanierungen vergessen gingen: Wie der Boden der Mehrzweckhalle Tomils, diverse Heizungen oder die Isolation des alten Schulhauses in Paspels.

«  Man hat den Bereich Gebäudeunterhalt und -erhalt damals zu wenig angeschaut.  »

Werner Natter
Gemeindepräsident Domleschg

Der Gemeindepräsident gesteht ein, dass vor einem Jahr nicht alle notwendigen Abklärungen gemacht wurden. Dies hänge mit der damaligen Konstellation zusammen – andere Gremien hätten das Projekt erarbeitet. Zumindest beim damaligen Übergangsvorstand gibt es jedoch Überschneidungen. Als ehemaliger Gemeindepräsident war Werner Natter Teil des mitverantwortlichen Gremiums.

Laut Werner Natter ist ein Teil der Mehrkosten auch entstanden, weil die Gemeinde in den kommenden Jahren mit Neuzuzügern und damit mehr Kindern rechne. Diese zusätzlichen Kosten sind in der Botschaft jedoch nicht separat beziffert.

Abstimmung nur über das Gesamtpaket

An der Gemeindeversammlung am 16. Dezember 2015 wird das Stimmvolk die Möglichkeit haben, über den 3,1 Millionen-Kredit abzustimmen. Man habe sich dagegen entschieden über einzelne Sanierungsmassnahmen abzustimmen, weil es sich um ein Gesamtpaket handle, sagte Werner Natter gegenüber Radio SRF. Der Gemeindevorstand schreibt in der Botschaft dazu, mit dem neuen Konzept könnten die Schulen «zeitgemäss eingerichtet und längerfristig gefestigt» werden.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr