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Ein Leben zwischen «hartem» und «weichem» Lockdown.
Aus Regionaljournal Graubünden vom 29.04.2020.
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Südtiroler Grenzgänger Ein Stück Freiheit über Mittag

Sie wohnen in Italien und sie arbeiten in der Schweiz. Wie Grenzgänger den Lockdown in zwei sehr unterschiedlichen Welten erlebt haben.

Italiener und Italienerinnen mussten in den letzten Wochen mit drastischen Lockdown-Massnahmen leben. Betroffen davon waren auch Südtiroler Grenzgänger und Grenzgängerinnen. Sie arbeiten im Münstertal und im Engadin. Sie wohnen aber im Südtirol mit ihren Familien. Seit der Corona-Krise spielt sich ihr Leben in zwei sehr unterschiedlichen Welten ab.

Hier im Münstertal war ich nicht so eingesperrt.
Autor: Silvia KrugerGrenzgängerin aus Taufers

«Mir kommt es vor, als hätten es die Schweizer mit einem anderen Virus zu tun als die Italiener», erzählt ein Gipser während der Arbeit auf einer Münstertaler Baustelle.

Seine Familie, so der fünffache Familienvater, habe in den letzten Wochen faktisch mit einer Ausgangsperre leben müssen. «Auf unseren Baustellen in der Schweiz konnten wir aber gut weiterarbeiten». Man habe ein paar Regeln einhalten müssen, aber im Vergleich zu den drastischen Einschränkungen im Alltag zuhause im Südtirol sei das nicht sehr schwierig gewesen.

Der Spaziergang in der Pause

Auch Silvia Kruger aus Taufers ist Grenzgängerin. Sie arbeitet im kleinen Münstertaler Regionalspital. Es liegt nur einige Kilometer von ihrem Wohnort Taufers entfernt. Dort durfte sie ihr Haus nur zum Einkaufen oder zum Arbeiten verlassen. Sport war verboten.

Vom Haus durfte sie sich nur 200 Meter entfernen. Ganz anders an ihrem Arbeitsort im Spital: «Hier im Münstertal war ich nicht so eingesperrt, ich konnte in meiner Mittagspause raus, ich konnte einen Spaziergang machen, das habe ich sehr geschätzt».

Es sei sehr schwierig gewesen in den letzten Wochen, aber irgendwie hätten sie sich an das Leben mit vielen Einschränkungen gewöhnt, erzählt eine andere Spitalmitarbeiterin, Emi Holzknecht, auch sie kommt aus Taufers. «Aber nun haben die Leute bei uns genug, es gibt Protest».

Protest gegen Rom

Sie spricht Forderungen von Südtiroler Politikern an. Diese sind nicht einverstanden mit der langsamen Exitstrategie der Regierung in Rom. Seit einigen Tagen fordern sie schnellere Lockerungen für das Südtirol. Die Region ist im Vergleich zu anderen italienischen Provinzen nicht so stark vom Virus betroffen.

Auch deshalb sehnen sich die Grenzgänger noch Normalität und nach offenen Grenzen. Vor dem Lockdown konnten sie den Grenzposten zwischen dem Südtirol und dem Münstertal Tag und Nacht passieren. Nun ist die Durchfahrt nur bedingt, und in der Nacht gar nicht möglich.

«Vor dem Lockdown haben wir die Grenzen nicht gespürt, nun aber ist die Grenze plötzlich sehr präsent», findet Spitalmitarbeiterin und Grenzgängerin Emi Holzknecht. Zusammen mit vielen anderen Grenzgängern hofft sie daher auf eine baldige Rückkehr zu einer offenen Grenze, und damit zu mehr Freiheit.

Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr;

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