Fischerei in Graubünden Wo sind all die Saiblinge hin?

Die Bündner Fischerinnen und Fischer haben 2016 weniger Fische gefangen als in den Vorjahren.

Ein Fischer auf einem Ruderboot an einem verregneten Tag. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Fischer rudert auf den Silsersee hinaus. Einer der «Hot Spots» der Saiblingsfischerei. Keystone

  • In den letzten zehn Jahren wurden durchschnittlich rund 160'000 Fische pro Jahr gefangen. Das sind rund 20 Fische pro Fischer und Saison.
  • Letztes Jahr sind die Fänge im Vergleich zum Durchschnitt um rund 30'000 Fische gesunken. Allerdings sind die Fischerinnen und Fischer ihrem Hobby auch weniger nachgegangen.
  • Der Fangerfolg ist seit Jahren konstant. Pro Ausflug ans Wasser fängt der Fischer durchschnittlich 1,1 Fische.
  • Keine Erklärung hat der Kanton für den stetigen Rückgang der Seesaibling-Fänge im Oberengadin. Diese sind seit 2006 um die Hälfte zurückgegangen, auf rund 20'000.
  • Zurückgegangen sind auch die Fänge von Äschen, von rund 5000 auf rund 2500.

Woran der Rückgang bei diesen Arten liegt, ist unklar. Aktuell laufen Untersuchungen. Für den Rückgang bei den Saiblingsfängen könnte es gemäss Andrea Baumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt für Jagd und Fischerei, verschiedene Gründe geben: «Entweder die Bestände sind kleiner als früher oder die Fische haben ihr Fressverhalten geändert und interessieren sich darum weniger für die Köder.»