Afrikanische Kleider made in St. Gallen

Stoffe aus St. Gallen sind bei Prominenten der westlichen Welt begehrt. Das ist bekannt. Dass sich aber auch die afrikanische Oberschicht in Ostschweizer Stoffe hüllt, dürfte vielen neu sein. Eine Firma aus St. Gallen produziert seit Jahrzehnten fast ausschliesslich für den afrikanischen Markt.

Matthias Heé, der Inhaber und Chef von Okutex, macht sein Geld mit St. Galler Textilien für traditionelle akrikanische Gewänder. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Geschäftsinhaber Matthias Heé macht sein Geld mit St. Galler Textilien für traditionelle akrikanische Gewänder. SRF

Mit seinen 10 Mitarbeitern erwirtschaftet Okutex einen Jahresumsatz von 10 bis 12 Millionen Franken. Afrika gilt bei westlichen Unternehmen als unberechenbarer und schwieriger Markt. Matthias Heé, Inhaber von Okutex, verdankt Afrika seinen Erfolg: «Afrikaner sind unkompliziert. Wenn ihnen ein Stoff gefällt, dann bestellen sie in grossen Mengen ohne administrativen Aufwand.» Die Kunden von Okutex sind Stoffhändler aus Nigeria, Senegal, Kamerun oder Tschad. 80 Prozent des Umsatzes macht Okutex in Afrika.

Ebola als Risiko

Das St. Galler Textilunternehmen Okutex fährt seine Produktion um 40 Prozent zurück. CEO und Inhaber Matthias Heé: «Wenn sich die Krankheit ausbreitet und die Reisetätigkeit eingeschränkt wird, hat das für uns katastrophale Auswirkungen.» Bei den Webern in der Schweiz habe man deshalb weniger Rohmaterial bestellt. In der Hoffnung, die Vorsichtsmassnahme sei nur vorübergehender Natur. Damit es noch lange weitergehen kann mit dem St. Galler Stoff, aus dem die afrikanischen Träume sind.