«Eine Waldstrasse ist vor allem Wald»

Das Glarner Kantonsparlament lehnt ausgedehnte Ausnahmebewilligungen für das Befahren von Waldstrassen ab. Vor allem in Glarus Süd dürfte dies auf Unverständnis stossen.

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Bildlegende: Gedacht sind Waldstrassen in erster Linie ohne Verkehr. Keystone

Für die drei Gemeinden im Kanton Glarus gilt in Bezug auf das Befahren von Waldstrassen das gleiche Reglement. Grundsätzlich darf auf Waldstrassen nicht gefahren werden, der Kanton bewilligt aber Ausnahmen.

In Glarus Süd sammelte eine Gruppe Einwohner vor zwei Jahren über 1000 Unterschriften. Ihr Ziel: Die Gemeinde sollte wieder für die Bewilligungen zuständig sein. Und vor allem sollte es wieder mehr Ausnahmen geben. So wie es vor der Gemeindefusion üblich war.

«Wir wollen keinen Massentourismus im Wald», sagte SVP-Landrat Toni Gisler am Mittwoch im Parlament, «aber der Bauer soll mehrmals pro Saison zu seinen Tieren auf die Alp fahren und der Wirt in der Landbeiz sein Material regelmässig mit dem Auto transportieren können.»

Die Mehrheit des Parlaments sieht in einer Lockerung der Bestimmungen allerdings einen Verstoss gegen Bundesrecht. Waldstrassen sollen grundsätzlich zu Forstzwecken befahren werden. Oder wie es Baudirektor Robert Marti ausdrückte: «Waldstrassen sind in erster Linie Wald, und nicht Strasse.»

Das Geschäft kommt noch vor die Landsgemeinde.