Eltern des toten Mädchens waren aktenkundig

Im Keller eines Einfamilienhauses in Staad (SG) hat die Polizei am Dienstag die Leiche eines zweijährigen Kindes gefunden. Die Behörden gehen von einem Tötungsdelikt aus. Eine 32-jährige Frau und ein 52-jähriger Mann wurden festgenommen. Die Behörden weisen pauschale Kritik ab.

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Polizei findet totes Mädchen

1:48 min, aus Schweiz aktuell vom 6.8.2015

In einem Einfamilienhaus in Staad hat die Polizei ein totes Mädchen gefunden. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen geht von einem Tötungsdelikt aus. Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) hatte nach einem Hausbesuch Verdacht geschöpft.

Das Fenster eines Einfamilienhauses. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die KESB hatte nach einem Hausbesuch Verdacht geschöpft. SRF

Polizei eingeschaltet

Die Vertreter der Kesb Rorschach hatten zunächst die Mutter in Staad besucht und dabei keine befriedigenden Auskünfte über den Aufenthaltsort der zweijährigen Tochter erhalten.

Die Behörde reichte bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Verdachts der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten ein. Daraufhin wurde die Polizei eingeschaltet.

Kinderleiche im Keller

Bei der Hausdurchsuchung am Dienstag wurde im Keller ein totes Kind entdeckt. Der Zustand der Leiche liess, laut Polizei, eine sofortige Identifikation nicht zu. Die Polizei geht aber davon aus, dass es sich um das gesuchte Mädchen handelt. Ursache wie Zeitpunkt des Todes sind noch nicht bekannt.

Die mutmasslichen Eltern des Kindes, eine 32-Jährige und ein 52-Jähriger, wurden festgenommen. Für die Mutter wurde Untersuchungshaft beantragt. Der Vater wurde fürsorgerisch in der Psychiatrie untergebracht.

Laut der Kantonspolizei St. Gallen waren die beiden Personen bereits vor dem aktuellen Fall aktenkundig.

Mutter hat noch drei andere Kinder

Die Mutter hat noch drei andere Kinder, die offenbar alle fremdplatziert worden sind. Für zwei der drei hat sie – noch vor der polizeilichen Ermittlung – bei der Kesb beantragt, dass diese doch wieder bei ihr wohnen könnten. Dieser Antrag hat den Besuch der Kesb veranlasst und so die polizeiliche Untersuchung erst ins Rollen gebracht.

Bruno Gschwend, stellvertretender Leiter der Kesb Rorschach (SG), fragt sich, ob er Fehler gemacht habe. Dass die Kesb aber häufig pauschal kritisiert werde, sei nicht richtig, sagte er gegenüber «Schweiz Aktuell». Denn sie würden eine gute Arbeit machen. Er betont: «Man muss jeden Fall individuell behandeln.» Der Einzelfall sei immer eine «komplexe Geschichte».