Gewinner und Verlierer des St. Galler Richtplans

Beim Bauen verdichten und die Zersiedelung stoppen: Vor drei Jahren sagte das Schweizer Stimmvolk Ja zum neuen Raumplanungsgesetz. Nun setzt der Kanton St. Gallen das Gesetz um. Zentrales Element dabei ist die Überarbeitung des Richtplans. Schnell wird klar: Hier gibt es Gewinner und Verlierer.

Der Kanton St. Gallen von oben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Kanton St. Gallen aus der Luft: «Dieser Richtplan ist ein Meilenstein» sagt der St. Galler Regierungsrat Willi Haag. Keystone

Neues Bauland in einer Gemeinde wird nur noch bewilligt, wenn gleichzeitig ungenutztes Bauland in einer anderen Gemeinde zurück gezont wird. Und dabei gibt es Gewinner und Verlierer. Verlierer sind zum Beispiel Gemeinden im Toggenburg. Hier gibt es nur noch ein leichtes Wachstum. Das heisst Bauland wird ausgezont. Und Gewinner sind zum Beispiel Gemeinden im Fürstenland: Hier geht der Kanton von einem Bevölkerungswachstum aus, das heisst hier wird Bauland eingezont.

Gossau soll wachsen...

Gossau ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Stadt hat einen Autobahnanschluss und verfügt über eine gute Anbindung an das nationale Bahnnetz. Gossau ist eine Gemeinde, bei der im neuen Richtplan das Siedlungsgebiet der Bauzone entspricht. Stadtpräsident Alex Brühwiler geht deshalb nicht davon aus, dass in seiner Stadt Bauland ausgezont wird. Man gehöre zum urbanen Verdichtungsraum, das heisst der Kanton will hier ein Bevölkerungswachstum. Deshalb gehören Gossau und weitere Gemeinden im Fürstenland zu den Gewinnern des neuen Richtplan.

...und Wildhaus Bauland auszonen.

Die Berechnungen, wieviel Bauland eine Gemeinde benötigt, gehen auf Prognosen der Bevölkerungsentwicklung zurück. Und weil Wildhaus und fast alle Gemeinden im Toggenburg nur leicht wachsen, wird hier - gemäss dem neuen Richtplan - Bauland ausgezont.

«  Der neue Richtplan hat für uns zur Folge, dass wir massiv Bauland auszonen müssen. Jeder Besitzer von Bauland wird so zum Verlierer. »

Rolf Züllig
Gemeindepräsident Wildhaus/Alt St. Johann

Für den Kantonsplaner Ueli Strauss ist der neue Richtplan ein gerechtes Instrument. Er schaue einerseits zurück und berücksichtige die bisherige Entwicklung und schaue andererseits nach vorne.

Zentral sei dabei das Raumkonzept der Regierung. Das Raumkonzept ist die Strategie, in der die Regierung festlegt, wo und wie der Kanton wachsen soll.