Glarus: Scharfe Kritik an der Regierung

Bereits Mitte November kritisierte die Geschäftsprüfungskommission des Glarner Landrats in ihrem Bericht teilweise die Arbeit der Regierung. Zwei Wochen später, anfangs Dezember ergriff die SP zum Legislaturbericht 2010 bis 2014 das Wort - und schlug dabei einen ungewohnt scharfen Ton an.

Die Glarner Regierung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Freundlich lachend: Die Glarner Regierung 2014 bis 2018. ZVG

Seit Jahren wartet Glarus bereits auf ein neues Wassergesetz. Bereits die GPK hat in ihrem Geschäftsbericht die Verzögerung bemängelt. Zwei Wochen darauf setzt die SP nach und kritisiert scharf:

«  Das Wassergesetz und das Strassengesetz schlummern irgendwo in der Schublade - eigentlich schlummern sie nicht, sondern sie schnarchen schon. »

Thomas Kistler
Präsident SP Glarus

Diesem Vorwurf ist sich der zuständige Baudirektor und Landammann Röbi Marti bewusst und gesteht ein, das Ziel nicht erreicht zu haben. Es sei aber nicht so, dass das Gesetz irgendwo «schnarcht». Man arbeite daran.

Weiter kritisiert die SP, dass die Glarner Regierung zu wenig gemeinsam auftritt und sich die Regierungsmitglieder zu wenig kritisch betrachten. Diesen Vorwurf weist Landammann Röbi Marti von sich:

«  Die Töne in dieser Schärfe waren unerwartet. Aber Kritik aus der Opposition wird erwartet.  »

Röbi Marti
Landammann Glarus

Im Februar wählte Glarus die gesamte Regierung neu. Sieben Kandidaten wollten einen der fünf Sitze. Bei diesen Wahlen bekam die amtierende Regierungsrätin Christine Bickel am wenigsten Stimmen. Sie und damit die SP schieden aus der Exekutive aus.