«Heute sind Kompromisse fast verpönt»

Er fühle eine gewisse «Familientreue» zum aktuellen Bundesrat, sagt Arnold Koller. Darum ist in seinem Büro neben einem Bundesratsfoto von 1997 auch stets eines des amtierenden Gremiums. Arnold Koller blicht in seinem Buch «Aus der Werkstatt eines Bundesrates» auf seine Zeit in der Regierung zurück.

1987 bis 1999 war Arnold Koller als Bundesrat im Amt. In seine Zeit fielen etwa die Fichenaffäre, die Shakarchi-Affäre, die zum Kopp-Rücktritt führte, oder die Abstimmung über den EWR.

Koller startete im Militärdepartement und übernahm später das Polizei- und Justizdepartement. Dass ihn der Bundesrat 1993 nicht zum Aussenminister machte, sei eine seiner grössten Enttäuschungen gewesen, sagt Koller in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

Heute verfolgt der 81jährige die Politik weiterhin. In seinem Büro steht jeweils das Foto des aktuell amtierenden Bundesrates. «Wenn man einmal Bundesrat war, bleibt man dem Gremium verbunden», sagt Koller, «auch wenn man mit seiner Politik nicht immer einverstanden ist.»

Die heutige Politik beurteilt er kritisch: «Den Parteien gelingt es immer weniger, sich auf einen gemeinsamen Weg zu einigen. Dies lähmt die Schweiz».