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Ostschweiz Illegal gebaut – und nichts passiert

Die Vorwürfe der Umweltorganisation WWF sind happig: Im Kanton St. Gallen seien mindestens vierzig Objekte ohne Baubewilligung erstellt worden. Und trotz Verfügung des Verwaltungsgerichts unternehme der Kanton nichts. Das Baudepartement weist die Anschuldigungen zurück.

Aussenansicht der illegal erstellten Villa Dewert
Legende: Die Villa Dewert in Eschenbach wurde ohne Bewilligung um- und ausgebaut. Maya Rhyner/Südsotschweiz

Die Aussicht von der Villa Dewert in Eschenbach ist fantastisch: Auf der einen Seite überblickt man den Zürichsee, auf der anderen hat man den Blick frei auf die Glarner Alpen. Gebaut wurde die Villa in den Sechtzigerjahren von der Schauspielerin Lilli Palmer. 1997 wurde das Gebäude mehrheitlich abgerissen und vom deutschen Unternehmer Eckhart Dewert neu aufgebaut – ausserhalb der Bauzone und deshalb illegal. Erst im Nachhinein wurde ein Baugesuch eingereicht.

Zwar hat das kantonale Baudepartement reagiert und – gestützt durch einen Entscheid des Verwaltungsgerichts – den Rückbau von einzelnen Gebäuden gefordert. Passiert ist jedoch nichts. Das Verfahren ist hängig, Diskussionen über das Ausmass der Rückbauten seien noch immer im Gange, bestätigt Jakob Ruckstuhl, Leiter der Abteilung «Bauen ausserhalb Bauzonen» am St. Galler Baudepartement, gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz».

«Absoluter Missstand»

Ein weiteres Beispiel ist das Winzerhaus Schmid in Berneck. 1997 ersuchte das Weinbauunternehmen um eine Baubewilligung für eine Erweiterung der betrieblichen Anlagen. Erstellt wurde aber auch ein Restaurant für 2000 Gäste – illegal. Nach einem politischen Hin und Her hat die St. Galler Regierung 2008 entschieden, dass die Beiz nicht mehr betrieben werden darf. Sie ist noch immer offen.

«Das ist ein absoluter Missstand», kritisiert Claudia Friedl vom WWF St. Gallen. In den vergangenen Monaten habe man über 40 Objekte zusammengetragen, die illegal erstellt wurden, so Friedl, die für die SP auch im Nationalrat sitzt.

Jakob Ruckstuhl vom Baudepartement weisst die Vorwürfe zurück und spricht von fünf Objekten, die vom Verwaltungsgericht als illegal bezeichnet wurden und deshalb im Verfahren noch hängig sind.

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